ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2000Die permanenten Gesundheitsreformer

VARIA: Schlusspunkt

Die permanenten Gesundheitsreformer

Dtsch Arztebl 2000; 97(26): [56]

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LNSLNS Highlander-Prinzip
Seit 1989 wird von den neoliberalen Wirtschaftstheologen die Marktwirtschaft nach dem „Highlander-Prinzip“ – nur einer kann übrigbleiben – verkauft. Der Maßstab der Stärke wird im Moment nur von der nach oben offenen Richterskala des Marktes gemessen. Übersehen wird dabei, dass die freie Marktwirtschaft vor allem von den Vereinigten Staaten von Amerika gefördert wird, die 1890 noch die letzten Indianerkriege geführt haben, während im Deutschen Reich die Grundlagen für eine vorbildliche Sozialgesetzgebung gelegt wurden, welche die USA bis heute nicht erreicht haben.


Dauerreform
Der Kreislauf der verschiedenen Reformvorstellungen verläuft so schnell, dass keine Zeit bleibt, die Tragfähigkeit einer neuen Reform überhaupt auszuprobieren. Der Erfolg wird deshalb inzwischen an der Ankündigung und nicht am Ergebnis gemessen.
Monistische Finanzierung
Der Erfolg einer Finanzierung hängt erfahrungsgemäß nicht davon ab, ob sie monistisch, dualistisch oder trialistisch angelegt ist, sondern ob sie ausreichend ist und wie die zuständigen Behörden, die Leistungsanbieter und die Kostenträger miteinander umgehen.

Steinewerfer
Die permanenten Gesundheitsreformer gleichen – bildhaft gesehen – Steinewerfern, die laufend Reformsteine in das Meer der objektiven Bedingungen (Anspruchshaltung, medizinischer Fortschritt, Überalterung, Standardvorstellungen) werfen. Aus der Sicht des Meeres steigt bei jedem Steinwurf nur der Wasserspiegel, während die Steinewerfer aus den ausgelösten Wellen mithilfe einer aufwendigen Öffentlichkeitsarbeit schlussfolgern, etwas bewegt zu haben.
Aus: Ernst Bruckenberger: Peperoni aus eigenen Veröffentlichungen, Hitzackerweg 1a, 30625 Hannover, 2000
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