ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2000Ambulante Versorgung: KV Hessen geht neue Wege beim Notdienst

POLITIK

Ambulante Versorgung: KV Hessen geht neue Wege beim Notdienst

Dtsch Arztebl 2000; 97(27): A-1862 / B-1570 / C-1466

Sp

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Zentrale Einrichtungen und die Kooperation mit Krankenhäusern sollen die Versorgung optimieren.

Dr. med. Gerd W. Zimmermann, Vorsitzender der Bezirksstelle Frankfurt in der KV Hessen, will den Notfalldienst in der Region effektiver gestalten. Ziel ist eine bessere räumliche und zeitliche Organisation – nicht zuletzt in Verbindung mit den umliegenden Krankenhäusern. „Natürlich hat die Umstrukturierung auch zur Folge, dass in manchen Gemeinden Notdienstzentralen schließen und einige Bürger in Notfällen nun einen längeren Weg zurücklegen müssen“, räumte Zimmermann bei der Vorstellung des Projekts ein. Einen Grund zur Beunruhigung sieht der Allgemeinarzt darin aber nicht.
Die Neugestaltung des Notfalldienstes diene zwar auch dazu, Kosten zu sparen. Im Kern ginge es aber darum, die Qualität der Notfallversorgung für die jährlich rund 200 000 Patienten im Bezirk der KV Frankfurt zu optimieren.
In Frankfurt bereits 21 Notfalldienstzentralen
Notfalldienstzentralen (NFD) mit Mindestöffnungszeiten an Wochenenden und Feiertagen gibt es bereits in 21 Bezirken. In rund der Hälfte der Stellen sei die Versorgung auch an Wochentagen außerhalb der Sprechstundenzeiten garantiert. „Weitere Zentralen nach diesem Modell sind in Planung“, kündigte Friedrich Jüde von der KV-Bezirksstelle an. So weit NFD-Bezirke zusammengelegt würden, stünden den Ärzten und Patienten nunmehr fast durchweg neue Räume mit moderner Ausstattung zur Verfügung. Darüber hinaus sollen mehr Zentralen in die Räume der Notfallambulanzen örtlicher Krankenhäuser verlegt werden. Beispielgebend hierfür seien insbesondere die seit rund zwei Jahren gut funktionierenden Anbindungen von NFD-Zentralen ans Stadtkrankenhaus Hanau und an die Kreisklinik Langen. Spätestens mit Beginn des kommenden Jahres will die KV Hessen vergleichbare Modelle auch in Frankfurt, Offenbach und Schlüchtern etablieren.
Patienten wählen immer schon das Krankenhaus
Ein wesentlicher Grund für die Verlegung der vertragsärztlichen Notfallversorgung an stationäre Einrichtungen sieht Zimmermann in der Erfahrung, dass viele Patienten bei akuten Beschwerden nachts oder am Wochenende das Krankenhaus als zentrale Anlaufstelle wählen. NFD-Zentralen an den Krankenhäusern würden somit die Versorgung auch außerhalb der Öffnungszeiten der Arztpraxen grundsätzlich sicherstellen, erläuterte der Vorsitzende der KV-Bezirksstelle.
Zudem habe die Anbindung auch für die Ärzte Vorteile. Sie hätten bei Bedarf unmittelbar und kostengünstig Zugriff auf die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Klinik. Außerdem sei – falls notwendig – eine schnelle stationäre Einweisung möglich.
Der Rettungsdienst ist von der Neuorganisation der Notfallversorgung nicht betroffen. Völlig unberührt von der Umstrukturierung bleiben nach Auskunft von Zimmermann auch die Hausbesuche durch niedergelassene Ärzte. „Sofern ältere oder durch ihre Krankheit behinderte Patienten nicht in die Zentrale kommen können, suchen die diensthabenden Ärzte sie natürlich auch nach wie vor zu Hause auf“, stellte er klar. Sp
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema