ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2000Schwerwiegende Infektionen bei i.v. Drogenabhängigen

POLITIK: Medizinreport

Schwerwiegende Infektionen bei i.v. Drogenabhängigen

EB

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LNSLNS Seit April sind in Schottland, England und Irland bei 64 i.v. Drogenabhängigen an der Injektionsstelle ausgeprägte Entzündungsreaktion mit Gewebsnekrose aufgetreten. Trotz frühzeitiger chirurgischer und antibiotischer Therapie kam es bei 32 Fällen zum septischen Schock, Kreislaufversagen und Tod. Bei einigen Patienten sind Streptokokken der Gruppe A, Staphylococcus aureus sowie Spezies der Gattungen Clostridium und Bacillus gefunden worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilt, konnte für neun Patienten eine Infektion mit Clostridium novyi nachgewiesen werden, das bis zu sechs stark wirkende Toxine bildet. Der Erreger ist auch für anaerobe Wundinfektionen verantwortlich, die klinisch als Clostridien-Myositis/Myonekrose in Erscheinung treten.
Obwohl in Deutschland bisher keine derartigen Erkrankungsfälle bei i.v. Drogenabhängigen bekannt geworden sind, empfiehlt das RKI bei Verdacht eine frühzeitige chirurgische Wundexzision und Antibiotika, die auch gegen Anaerobier wirksam sind. Entsprechende Krankheitsbilder bittet das RKI zu melden an: Dr. Wolf Heiger Mehnert, Telefon: 0 30/45 47-34 26, Fax 0 30/45 47-
35 22, E-Mail: mehnertw@rki.de. EB

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