ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2000Beclometason erreicht auch die kleinsten Bronchien

VARIA: Wirtschaft

Beclometason erreicht auch die kleinsten Bronchien

Bischoff, Angelika

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Entzündung ist die pathogenetische Basis des Asthma bronchiale. Nach neueren Untersuchungen finden sich bei den Patienten nicht nur in den größeren Bronchien, sondern auch in den kleinsten Verzweigungen bis hinein in die Alveolen entzündliche Infiltrationen und Umbauprozesse. Als neuer sensitiver Marker, um die Entzündungsaktivität nicht-invasiv zu erfassen, hat sich inzwischen die Analyse von NO in der Ausatemluft etabliert, wie Prof. Helgo Mafnussen (Großhansdorf) anlässlich des Pneumologenkongresses in Hamburg berichtete. NO wird von den Entzündungszellen produziert.
Bei Patienten mit unbehandeltem Asthma bronchiale finden sich dementsprechend höhere NO-Konzentrationen in der Ausatemluft als bei Gesunden. Unter inhalativer Steroidtherapie fällt NO deutlich ab. NO stammt nicht nur aus den oberen Atemwegen, sondern auch aus den tieferen Kompartimenten, wie mit einem volumetrischen Modell gemessen werden kann. Dies belegt, dass auch die kleinsten Atemwege entzündlich verändert sind.
Fortlaufend wird daran gearbeitet, Inhalationstherapeutika zu entwickeln, die die Wirkstoffe möglichst weit in die Peripherie bringen. Die steroidhaltigen Partikel aus den meisten herkömmlichen Dosieraerosolen gelangen jedoch nicht so weit, wie es wünschenswert wäre. Durch eine neue Galenik wurde bei dem neuen Beclometason-Dosieraerosol Ventolai® (3M Medica) erreicht, dass sich Beclametason in Lösung befindet. So können sich nach dem Sprühstoß feinste Wirkstoffpartikel bis weit in die Peripherie hinein verteilen. Bis zu 60 Prozent des aktiven Wirkstoffs (bisherige Aerosole 15 bis 30 Prozent) erreichen die kleinsten Atemwege.
Im Effekt auf die klassischen Lungenfunktionsparameter PEF oder FEV1 ist für Beclometason eine Dosisäquivalenz zu Budesonid von 1 : 2 und zu Fluticason von 1 : 1 gesichert. In allen Vergleichsstudien fällt jedoch auf, dass sich bei den Patienten der Ventolair-Gruppen die Symptome deutlicher bessern. Dies führt man auf die höhere Präsenz des Wirkstoffs auch in den peripheren Atemwegen zurück. Die stärkere Lungendeposition erlaubt auch eine niedrigere Dosierung, was gerade bei Kindern im Hinblick auf die Sicherheit wünschenswert ist. In der Regel genügt bei Erwachsenen eine Tagesdosis von 400 µg, bei Kindern von 100 µg Beclometason. Dr. med. Angelika Bischoff
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