ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2000Börsebius zu Immobilien: Grund und Boden lohnen wieder

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius zu Immobilien: Grund und Boden lohnen wieder

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Mehr als vier Jahre lang habe ich von Immobilienkäufen abgeraten, aber auch beim Bau von Renditeobjekten als Kapitalanlage abgewunken. Zu unsicher schien mir die Marktlage, (steuerfreie) Substanzgewinne aus Wertzuwächsen hielt ich für eher unwahrscheinlich. Die vergangene Entwicklung bestätigte diese Prognose durchaus, Preise und Mieten fielen in manchen Regionen sogar beträchtlich.
Speziell Käufer von Eigentumswohnungen und erst recht Investoren in gewerblichen Immobilien mussten die sehr schmerzliche Erfahrung machen, das ehemals vermeintliche Schnäppchen nur mit Verlust wieder abstoßen zu können.
Es ist halt einfach so, dass sich der Immobilienmarkt in langen Zyklen bewegt und wer da in der falschen Phase investiert, darbt eine geraume Durststrecke.
Langsam beginne ich aber doch eine Änderung meiner Einschätzung vorzunehmen, in Teilbereichen wenigstens. Der private Wohnungsmarkt beispielsweise steht vor einer Erholung, darauf deuten zumindest einige Indikatoren klar hin.
In vielen Regionen steigen die Mieten mittlerweile doppelt so schnell wie die Lebenshaltungskosten. Allerdings: Der Osten bleibt mit ziemlich hohen Leerständen deutlich hinter dem westlichen Niveau. In den alten Ländern hat wiederum der Süden der Republik die Nase vorn.
Da die Zahl der Baugenehmigungen seit fünf Jahren abnimmt, werden logischerweise auch immer weniger Neubauwohnungen dem Markt zur Verfügung gestellt. Im letzten Jahr wurde noch nicht einmal eine halbe Million an Wohnungen neu gebaut, ein Minus gegenüber dem Vorjahr von immerhin zehn Prozent. Der Rückgang hat freilich auch mit den erheblich verschlechterten steuerlichen Rahmenbedingungen zu tun, ob politisch gewollt oder nicht, ist hier eine andere Frage.
Wie auch immer, die Nachfrage nach vernünftig ausgestatteten Wohnungen in guten Lagen zu ausgewogenen Preisen übersteigt mittlerweile das Angebot deutlich. Speziell größere Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern werden zusehends knapp.
Der letzte Unsicherheitsfaktor für eine Wende am
privaten Wohnungsmarkt scheint mittlerweile auch keine negative Rolle mehr zu spielen. Die Konjunktur in Deutschland fängt augenscheinlich zu laufen an und wird auch von einer robusten Geschäftsentwicklung im europäischen Wirtschaftsraum gestützt.
Gleichwohl bietet meines Erachtens nur der private Wohnungsmarkt eine Perspektive. Gewerbeimmobilien halte ich nach vor für nicht sehr attraktiv. Das gilt auch für Engagements in Immobilienfonds, seien sie offen oder geschlossen.
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