ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2000Welt-Aids-Konferenz: HIV-Theorie bekräftigt

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Welt-Aids-Konferenz: HIV-Theorie bekräftigt

Dtsch Arztebl 2000; 97(28-29): A-1932 / B-1628 / C-1524

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LNSLNS 5 000 Wissenschaftler haben die „Durban-Deklaration“ unterzeichnet, um Zweifel auszuräumen.

Unter dem Motto „Das Schweigen brechen“ wurde im südafrikanischen Durban die 13. Welt-Aids-Konferenz eröffnet. Damit wollen die Konferenzteilnehmer auf die Trägheit und Ignoranz in Bezug auf die HIV-Pandemie sowie den ungleichen Zugang zu medizinischer Versorgung aufmerksam machen. In seiner Eröffnungsrede betonte der südafrikanische Ministerpräsident Thabo Mbeki erneut, dass Aids seiner Ansicht nach nicht nur eine Ursache hat. Für die afrikanische Epidemie seien auch Armut, fehlende Hygiene, Drogenkonsum und ausschweifende Sexualpraktiken verantwortlich. Mbeki war vor Konferenzbeginn durch sein Treffen mit Zweiflern an der „HI-Virus-Theorie“ von Aidsforschern stark kritisiert worden. Als Reaktion haben 5 000 Wissenschaftler die „Durban Declaration“ unterzeichnet, wonach an HIV als Ursache für Aids kein Zweifel besteht.
„Die beste Waffe im Kampf gegen Aids ist das Wissen, dass HIV der Erreger von Aids ist. Wenn wir die Übertragung des Virus verhindern, stoppen wir die Ausbreitung der Erkrankung“, betonte der Präsident der indischen Aids-Gesellschaft N. M. Samuel. Die immer wieder geäußerten Zweifel an der Genese von Aids koste „unzählige Menschen das Leben“.
Um in den Entwicklungsländern die HIV-Übertragungsrate von der Mutter auf das ungeborene Kind zu vermindern, wollen fünf Pharmakonzerne ihre Produkte für einen Zeitraum von fünf Jahren unentgeltlich zur Verfügung stellen. Nach einer Studie (Lancet 17. Juni 2000) könnten allein in Südafrika bis zu 110 000 HIV-Infektionen bei Neugeborenen in den nächsten fünf Jahren vermieden werden, wenn alle Schwangeren während der Geburt eine kurzfristige antiretrovirale Therapie erhielten. Allerdings wird in Südafrika Schwangeren eine medikamentöse Prophylaxe von politischer Seite verweigert.

Die Struktur des HI-Virus-1
Quelle: Goethe-Universität, Frankfurt a. M.
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