ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2000„Pille danach“: Ausgabeverbot an Schulen

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„Pille danach“: Ausgabeverbot an Schulen

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LNSLNS Der französische Staatsrat hat die Neuregelung für ungültig erklärt.
ie „Pille danach“ darf an französischen Schulen nicht mehr ausgegeben werden. Der Staatsrat, das höchste Verwaltungsgericht, erklärte die bisherige Regelung vom Januar dieses Jahres für ungültig. Begründung: Die von der damaligen Schulministerin Segolène Royal erlassene Regelung verstoße gegen das Abtreibungsgesetz. Danach dürfen Verhütungsmittel nur auf ärztliche Verschreibung in Apotheken abgegeben werden. Mehrere Organisationen von Abtreibungsgegnern hatten das Gericht angerufen.
Die Regelung war eingeführt worden, um ungewollte Teenager-Schwangerschaften zu verhindern. Sie sah vor, dass die Krankenschwestern, die es an den meisten Schulen Frankreichs gibt, betroffene Schülerinnen beraten und ihnen das Medikament „NorLevo“ aushändigen können. Das Mittel ist für Erwachsene seit einem Jahr rezeptfrei in Apotheken erhältlich.
Die „Pille danach“ wurde in den Schulen jedoch nur selten abgegeben: in Paris in 16 von 250 Fällen, in denen die Schulkrankenschwester konsultiert wurde. Jährlich werden in Frankreich rund 10 000 Mädchen ungewollt schwanger. Etwa zwei Drittel dieser Schwangerschaften werden mit einer Abtreibung beendet.

Die „Pille danach“ zur Verhütung von Teenager-Schwangerschaften: An Pariser Schulen wurde sie nur in den seltensten Fällen an Mädchen abgegeben. Foto: BilderBox
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