ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2000Chirurgie: Eingriffe unter MR-Kontrolle

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Chirurgie: Eingriffe unter MR-Kontrolle

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LNSLNS Patienten profitieren von Operationen im Magnetresonanztomographen.


Die Magnetresonanztomographie wurde bislang fast ausschließlich als diagnostisches Verfahren angewendet. Jetzt sind auch interventionelle Eingriffe unter MR-Kontrolle möglich. Die Universität Leipzig hat mit der Harvard Medical School, Boston, USA, und der Case Western Reserve University, Cleveland, USA, ein Symposium veranstaltet, bei dem rund 300 Experten ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet austauschten.
Als erste Einrichtung in Deutschland installierte das Leipziger Universitätsklinikum bereits 1996 den offenen Magnetresonanztomographen. Dessen vertikale Öffnung ermöglicht es dem Operateur, zwischen den Magnetringen am Patienten zu arbeiten, während der Tomograph in Betrieb ist.
Bei den Eingriffen – das Spektrum reicht von Biopsien über minimal-invasive thermische Ablationsverfahren bis zu neurochirurgischen Tumorentfernungen – zeigt ein Navigationssystem die Position der Instrumente exakt und nahezu zeitgleich an. Aufgrund der hohen Weichteilkontraste lassen sich Tumoren gut abgrenzen und sensible Strukturen darstellen. Das eröffnet in Zusammenarbeit mit dem Radiologen neue Möglichkeiten für chirurgische Eingriffe, zum Beispiel am Gehirn, an der Schädelbasis, der Wirbelsäule oder der Mamma. Die Patienten profitieren von einem minimierten Operationsrisiko, einer beschleunigten Genesung und einem verkürzten Krankenhausaufenthalt. Kleinkindern und Klaustrophobikern kann das vertikal offene MRT zudem die Narkose ersparen. Mittlerweile verfügt auch das Städtische Klinikum Krefeld über ein solches Gerät.

Neurochirurgen können noch während der Operation feststellen, ob sie einen Tumor vollständig entfernt haben. Foto: Universität Leipzig
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