ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2000Präimplantationsdiagnostik: Kultur des Lebens

DOKUMENTATION: Diskussion

Präimplantationsdiagnostik: Kultur des Lebens

Dtsch Arztebl 2000; 97(28-29): A-1965 / B-1604 / C-1465

Kang, Alice

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LNSLNS Positiv und beachtenswert ist die Entschiedenheit, mit der Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln, seine Stimme für den Schutz allen menschlichen Lebens erhebt. Ich freue mich, dass er sich für Klarheit in der Debatte um die Präimplantationsdiagnostik auf diese Weise engagiert.
Gerade eine „Schärfung des Problembewusstseins“ ist bei dieser Diskussion angesagt. Die Debatte für und wider die Präimplantationsdiagnostik sollte dabei auf den freiheitlichen Grundsätzen dieses Rechtsstaates beruhen. Vor allem die deutsche Staatsidee, die sich in Artikel eins des Grundgesetzes niederschlägt, stellt einen hohen moralischen Anspruch, der verantwortungsbewusstes Handeln voraussetzt. Daher geht es in erster Linie nicht um „Einzelfallentscheidungen“, sondern vielmehr um den grundsätzlichen Primat des Schutzes allen menschlichen Lebens.
Ich bin sicher, dass es nicht nur mir, als hoffentlich angehender Medizinstudentin, sondern vielen ein Anliegen ist, jene ethisch-moralischen und naturrechtlichen Werte in dieser Gesellschaft ohne Abstriche aufrechtzuerhalten. Leben ist zu bejahen. Daraus erwächst das Gebot, die Schwachen und Hilflosen in ihrer Ganzheit zu akzeptieren und zu fördern.
Die Geste seitens der Bundes­ärzte­kammer, zu einem offenen und sachlichen, gleichwohl kritischen Dialog mit der Öffentlichkeit beizutragen, zeigt, dass sogar bei der Forderung nach einem sehr restriktiven Einsatz der Präimplantationsdiagnostik nicht über die Köpfe hinweg entschieden werden darf und ein Entgegenkommen ihrerseits möglich ist.

Alice Kang
Rheinstraße 39, 53179 Bonn
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