ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2000Wo geht jetzt deine Alte hin?

VARIA: Schlusspunkt

Wo geht jetzt deine Alte hin?

Dtsch Arztebl 2000; 97(28-29): [76]

Pfleger, Helmut

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LNSLNS Die Sommerferien haben sich übers Land und wohl auch über einen Teil der Ärzteschaft gelegt, vielleicht kommt da als Reminiszenz der Schulaufsatz des hoffnungsvollen Sprösslings eines Schachspielers zum Thema „Welches ist das schönste Spiel?“ gerade recht.
„Das schönste Spiel ist das Schachspiel. Drum wird es immer wieder gespielt, und zwar schon sehr lang. Es ist so alt, dass man gar nicht weiß, wie alt es ist. Wahrscheinlich ist es auch noch älter. Ich habe es von meinem Papa gelernt, der Klubmeister ist bei den Gambit-Freunden. Am Sonntag nach dem Sportplatz gehe ich mit meinem Papa ins Cafe Müller. Da ist es lustig. Er sagt, bei Cafehauspartien kann er besser opfern, und es kostet ja nix, wenn er verliert. Er verliert aber sowieso nicht. Man muss nur schauen, dass man möglichst viel Figuren krabscht. Jeder Spieler hat 16 Steine, wo aber aus Holz sind. Der wo schwarze Figuren hat, heißt der Schwarze, und der wo gelbe hat, heißt weiß. Sie werden auf den schwarz-weißen Feldern hin und her geschoben, wo aber im Klub braun und weiß sind. Es ist überhaupt dort alles anders, weil auch dasHolzbrett ein Wachstuch ist. Wenn Halbzeit ist, dann hat einer meistens schon die Dame verloren. Das kommt vom Fingerfehler. Der braucht aber nicht zu verlieren, weil er vielleicht noch eine Gabel geben kann oder ein Quetschmatt, wenn der andere kein Luftloch hat . . . Blos am Schluss, da sagt der Verlierer? Eigentlich hätt ich gewinnen müßen. Ich habe besser gestanden. Und dann wirft er die Figuren um wenn er dem Gewinner nicht die Hand geben will. Ich habs auch mal so gemacht. Da hat mir mein Papa eine runtergehaut und gesagt, dass ein Sportler Fährnis zeigt. Im Cafehaus darf man den Gegner duzen. Man muss zum Beispiel sagen? ,Warum spielst du eigentlich Schach, wenn dus nicht kannst‘; oder ,Armer Mensch, wo geht jetzt deine Alte hin?‘“
Zur Abrundung eine hübsche Kombination des Siegers des diesjährigen Ärzteturniers Dr. Alexander Goldberg vom Bundesligaverein Dresdner SC. Mit welch tief durchdachtem Zug stellte er als Weißer am Zug seinen Gegner vor unlösbare Probleme, nachdem dieser sich wohl gerade den berühmt-berüchtigten Bauern b2 einverleibt hatte?

Lösung:

Dr.Goldberg ignorierte einfach die Bedrohung seines Läufer e2 und griff mit 1. Tb1! seinerseits die schwarze Dame an. „Armer Mensch, wo geht jetzt deine Alte hin (s.o.)?“ Nach der einzig plausiblen Antwort 1. . . . Dxe2 folgt 2. Tb8+ Ld8 und nun das Damenopfer 3. Dxd7! Lxd7 4. Txd8+ Le8 5. Txe8 matt.
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