ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2000Kombinationstherapie fortgeschrittener Tumoren des Beckens

MEDIZIN: Referiert

Kombinationstherapie fortgeschrittener Tumoren des Beckens

Dtsch Arztebl 2000; 97(30): A-2033 / B-1721 / C-1617

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LNSLNS Eine kombinierte Behandlung bestehend aus Strahlentherapie und Hyperthermie kann besonders Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom Nutzen bringen. Dies ist das Ergebnis einer prospektiven, randomisierten, multizentrischen Studie, bei der die Standardstrahlentherapie und die Kombinationsbehandlung miteinander verglichen wurden. In die Untersuchung einbezogen wurden insgesamt 358 Patienten aus niederländischen Krebszentren, bei denen zuvor entweder ein ausgedehnter Blasenkrebs, ein Zervixkarzinom mit Infiltration des lateralen Parametriums oder ein fortgeschrittenes Rektumkarzinom diagnostiziert worden war.
Die Teilnehmer der Kontrollgruppe erhielten eine Strahlentherapie mit einer mittleren Gesamtdosis von 65 Gray; die anderen Patienten wurden zusätzlich zu den Bestrahlungen noch einmal pro Woche mit lokaler Hyperthermie (42 Grad Celsius in der Tumorregion über mindestens 60 Minuten) behandelt.
Bei der Kombinationsbehandlung aus Strahlentherapie und Hyperthermie waren sowohl die Raten der Vollremission (55 Prozent gegenüber 39 Prozent) signifikant höher als auch die Raten der Remissionsdauer (nach drei Jahren 38 Prozent gegenüber 26 Prozent). Signifikant höher waren zudem die Überlebensraten zu diesem Zeitpunkt (51 Prozent gegenüber 27 Prozent). Die Vorteile der Kombinationsbehandlung zeigten sich am deutlichsten für Patienten mit Zervixkarzinom oder Blasenkrebs.
Bevor aber eine Kombination von Strahlentherapie und Hyperthermie als Standardbehandlung empfohlen werden kann, so die Autoren, seien Studien mit größeren Patientenzahlen notwendig. silk
Van der Zee, J et al.: Comparison of radiotherapy alone with radiotherapy plus hyperthermia in locally advanced pelvic tumors: a prospective, randomised, multicentre trial, Lancet 2000; 335: 1119–1125.
Dr. Jacoba van der Zee, Department of Radiation Oncology, Superdivision of Hyperthermia, Amsterdam, Niederlande.

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