ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/1996Pharmazeutische Industrie: Investitionen gesunken, Exporte gestiegen

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Pharmazeutische Industrie: Investitionen gesunken, Exporte gestiegen

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LNSLNS Die Investitionen der pharmazeutischen Industrie in Deutschland sind "besorgniserregend" zurückgegangen. Darauf hat der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) anläßlich seiner Haupt­ver­samm­lung hingewiesen. Dies belegten Daten des Statistischen Bundesamtes.
Nach einem Rückgang um 7,7 Prozent 1993 hat sich die geringe Investitionsneigung 1994 mit einer Abnahme des Investitionsvolumens um nochmals 12,1 Prozent auf 1,5 Milliarden DM verschärft. Für 1995 und 1996 (die Angaben stehen noch aus) rechnet der Verband mit keiner nennenswerten Erholung der Investitionsaktivitäten der Branche. 1992 waren die Investitionen noch um 15,8 Prozent gewachsen.
Mit den Rückgängen sei ein starker Beschäftigungsabbau verbunden gewesen, sagte der BPI-Vorsitzende, Prof. Dr. Hans Rüdiger Vogel. Seit der letzten Gesundheitsreform habe die pharmazeutische Industrie mehr als 15 000 Arbeitsplätze abgebaut. Auch im 1. Quartal des Jahres 1996 war ein weiterer Beschäftigungsrückgang um knapp ein Prozent zu verzeichnen.
Die ausländische Nachfrage nach deutschen pharmazeutischen Erzeugnissen hat sich dagegen im ersten Quartal 1996 leicht erholt. Nachdem die Auftragseingänge aus dem Ausland 1995 unter dem Einfluß der ungünstigen Wechselkursentwicklung deutlich zurückgegangen waren, sei in den ersten drei Monaten dieses Jahres eine verhalten positive Entwicklung erkennbar. Der Zuwachs des ausländischen Auftragsvolumens um 8,8 Prozent gegenüber 1995 sei trotz bestehender Unsicherheit nach der Umstellung der amtlichen Statistik auf neue Wirtschaftszweige und Güterklassifikationen ein Indiz für einen Kurswechsel. Darauf wiesen auch die Zunahmen der im Ausland erzielten Umsätze der Arzneimittelhersteller hin. Das Auslandsgeschäft ist nach Angaben des BPI von besonderer Bedeutung. 1995 hat die Branche 36 Prozent ihres Umsatzes jenseits der deutschen Grenzen erzielt.
Nach vorläufigen Berechnungen wurden 1995 Arzneimittel im Wert von 16,1 Milliarden DM exportiert. Wichtigster Wirtschaftsraum für die deutschen Hersteller waren die Länder der Europäischen Union, auf die ein Anteil von 45 Prozent an der Gesamtausfuhr entfiel. WZ
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