ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2000Schwerhörigkeit: Vom Hörgerät zum Hörsystem

VARIA: Technik

Schwerhörigkeit: Vom Hörgerät zum Hörsystem

Dtsch Arztebl 2000; 97(30): A-2049 / B-1771 / C-1647

Marx, Catrin

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Hörhilfen sind keine einfachen elektro-akustischen Apparate niedriger oder mittlerer Kategorie mehr, sondern gehören zum Feinsten, was High Tech zu bieten hat. Die Innovationszyklen sind immer kürzer geworden. Die Chips des Jahres 2000 haben die Querschnittsfläche eines Streichholzkopfes, beinhalten bis zu 1,3 Millionen Transistorfunktionen und verfügen auf bis zu 20 Kanälen über Signalverarbeitungsstrategien, zu denen außer dem aktiven Sprachschallmanagement und der Störschallunterdrückung auch die vollautomatische Hörprogramm-Wahl und eine Multi-Mikrofon-Technologie mit selektiver 270-Grad-Rundum-Störschallerkennung und anschließender Störschallunterdrückung gehören. Aufgelöst und bearbeitet werden die elektrischen Signale mit Abtastfrequenzen von bis zu 20 kHz, internen Quantisierungsraten von bis zu 26 bit und 64fachem Oversampling, wodurch die Dynamik und Klangqualität der CD erreicht werden kann.
Nutzen für den Schwerhörigen
Grundsätzlich gilt für das Hören dasselbe wie in der Fotografie oder beim Fernsehbild: Je höher die Auflösung, desto besser die Wiedergabequalität. Auf die Akustik übertragen heißt dies, dass ein Schallereignis umso naturgetreuer wiedergegeben werden kann, je größer seine Auflösung ist. Außerdem kann es präziser analysiert und entsprechend dem individuellen Hörverlust des Schwerhörigen verändert und in dessen restliche „Hörfläche“ hinein projiziert werden. Es kommt auch darauf an, dass die Hörhilfe einen Teil derjenigen Signalverarbeitung übernimmt, die keine Leistungen des peripheren Hörorgans (Außen-, Mittel- und Innenohr) mehr sind, sondern des zentralen (Hörzentrum der Großhirnrinde). Die Nachbildung zentraler Hörleistungen wie das Richtungshören, das Zeitauflösungsvermögen und das selektive Hören, wie das beim Erkennen von Sprache im Störlärm der Fall ist, wäre ohne Digitaltechnik nicht möglich. Unauffälligkeit ist immer noch ein deutlicher Wunsch des Schwerhörigen bei der Auswahl einer Hörhilfe. Die Akzeptanz, eine Hörhilfe zu tragen, ist durch den verbesserten Tragekomfort, Zuverlässigkeit und den Service rund um das Hörgerät, den Hersteller und Hörgeräteakustiker bieten, deutlich gestiegen. et


Hightech für Ohr und Schreibtisch. Hörsysteme sind heute Hörcomputer mit der Leistungsfähigkeit eines Laptops. Sie heben Sprache aus Hintergrundgeräuschen heraus und können die Lautstärke automatisch regeln.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema