ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2000Vermögensverwaltung: Alles Reichmacher?

VARIA: Schlusspunkt

Vermögensverwaltung: Alles Reichmacher?

Dtsch Arztebl 2000; 97(30): [116]

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LNSLNS ie macht man an der Börse ein kleines Vermögen? Indem man ein großes einsetzt, kalauern altgediente Aktienhändler. In der Tat stellen viele Neulinge auf dem glatten Parkett des Wertpapierhandels fest, dass sie mit ihren handgestrickten Strategien nicht mehr weit kommen.
Entnervt suchen die von Kursverlusten geläuterten Sparer dann schließlich doch professionellen Rat – und laufen stracks Gefahr, vom Regen in die Traufe zu kommen: so viele Adressen buhlen um die bundesdeutschen Spargroschen, und längst nicht alle erfüllen die Rendite-Wünsche, die beim Anleger durch Hochglanzprospekte und vollmundige Zeitungsanzeigen geweckt werden.
Es gibt im Prinzip drei Möglichkeiten der professionellen Vermögensverwaltung: Erstens über Investmentfonds, zweitens über gemanagte Depots durch eine Bank und schließlich durch die Einschaltung eines freien Vermögensverwalters.
Meinen Schwerpunkt möchte ich in diesem Beitrag aber bei den unabhängigen Portfolioverwaltern setzen. Nicht weil ich die beiden anderen erstgenannten Formen nicht für wichtig erachte, sondern weil sich eben in dieser Branche in den letzten zwei Jahren ein gewaltiger Umbruch vollzog.
Im Rahmen des dritten Finanzmarktförderungsgesetzes wurden den Vermögensverwaltern durch den Gesetzgeber derartig große Daumenschrauben angelegt, dass ein Schwund ohnegleichen einsetzte. Von ehemals geschätzt 50 000 freien Vermögensverwaltern konnten viele weder die hohen Eigenkapitalforderungen noch die vielfältigen Dokumentationspflichten und schon gar nicht die Zuverlässigkeitsanforderungen erfüllen, über die das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen neuerdings akribisch wacht. Im Ergebnis führte die restriktive Aufsicht zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass für ganz Deutschland derzeit gerade mal 1 000 Vermögensverwalter zugelassen sind.
Dieser – zu Recht erzwungene – Wandel von der Masse zur Klasse macht die Berufsgruppe der unabhängigen Vermögensverwalter durchaus attraktiv. Das gilt aber nur bei Vermögen ab 500 000 Mark und darüber hinaus. Eine genaue Prüfung des Verwalters (Referenzen, Honorare, Berufserfahrung) ist aber in jedem Fall vonnöten.
Das eigene Geld anderen zu überlassen ist so ein sensibles Thema; da muss gut Ding ausreichend Weile haben.
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