ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2000Die allgemeinärztliche Untersuchung

BÜCHER

Die allgemeinärztliche Untersuchung

Dtsch Arztebl 2000; 97(31-32): A-2097 / B-1778 / C-1673

Dalicho, A. H. W.

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Vom Gebrauch der fünf Sinne
A. H. W. Dalicho: Die allgemeinärztliche Untersuchung. Anamnese und klinische Untersuchung für Studium und Praxis. Verlag Hans Huber, Bern, Göttingen u. a., 2000, 288 Seiten, 134 Abbildungen, 4 Tabellen, 39,80 DM
Das Buch richtet sich sowohl an Anfänger als auch an vermeintlich Geübte. Anfänger, das sind die deutschen Medizinstudenten, deren Kenntnisse in der körperlichen Untersuchung so schlecht sein sollen, dass britische Dekane jüngst davon abgeraten haben, sie in klinische Famulaturen aufzunehmen. Vermeintlich Geübte, das sind jene Assistenzärzte, die bei einer Praxisvertretung einen Pneumothorax nicht lokalisieren können, weil sie kein Röntgengerät in der Nähe haben. Ob es wirklich so schlimm steht um die deutschen Mediziner, wie das Vorwort suggeriert, kann der Rezensent nicht beurteilen. Wer aber das Bedürfnis verspürt, die Kenntnisse aus dem „Klopfkurs“ zu vertiefen und seine „Fünf-Sinne-Medizin“ zu schärfen, der findet sicher einiges, was er vorher nicht gewusst hat. Sei es die Abbildung von Skiaskopierleisten, Tipps zur Einrichtung des Untersuchungszimmers („es sollte titanweiß oder in einem lichten Neutralgrau gestrichen sein“), eine Einführung in die osmologische Untersuchung (wie man eine eitrige Angina tonsillaris beim Betreten des Kinderzimmers mit der Nase erkennt), etwas über den Wert der Tangentialinspektion des Abdomens oder die Kunst der Milzperkussion, um nur einige der vielen erstaunlichen Möglichkeiten herauszugreifen.
Das Buch behandelt das Thema sicher umfassend. Es fehlt nicht einmal der Hinweis, dass die Geschmacks-prüfung des Urins in Krisenzeiten, „wenn Teststreifen und Laboruntersuchungen nicht zur Verfügung stehen, die einzige Möglichkeit zur Diagnose der Zuckerkrankheit darstellen kann“. Die vielen Zeichnungen machen das Buch zu einer gewinnbringenden Zwischendurchlektüre während des Bereitschaftsdienstes. Man weiß ja nie, wann man darauf angewiesen ist. Rüdiger Meyer


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