BÜCHER

Jenseits des Wortes

Dtsch Arztebl 2000; 97(31-32): A-2097 / B-1778 / C-1673

Gustorff, Dagmar; Hannich, Hans-Joachim

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LNSLNS Musiktherapie
Fundierte Einführung
Dagmar Gustorff, Hans-Joachim Hannich: Jenseits des Wortes. Musiktherapie mit komatösen Patienten auf der Intensivstation. Verlag Hans Huber, Bern, Göttingen u. a., 2000, 168 Seiten, 13 Abbildungen, 3 Tabellen, kartoniert, 29,80 DM
Wenn Künstlerische Therapien, zu denen Musiktherapie zu zählen ist, bisher als Orchideen-Fächer in der klinischen Medizin galten, so lässt sich das aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung und wissenschaftlichen Studien der letzten 15 Jahre nicht mehr aufrechterhalten. Das Buch, verfasst von der Direktorin des Instituts für Musiktherapie der Universität Witten/Herdecke und vom Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie der Universität Greifswald, bringt eine fundierte Einführung zum Thema Kunst und Medizin, Beziehungsmedizin sowie zu Methoden des Zugangs zu bewusstlosen Menschen.
Im Mittelpunkt steht die wissenschaftlich begleitete Musiktherapie mit komatösen Patienten auf der Intensivstation der Universitätsklinik Münster. Es zeigt sich unter anderem: Auch mit „nicht ansprechbaren“ Patienten ist durch Musiktherapie ein personaler Dialog erreichbar. Ein Verdienst des Buches ist die differenzierte Abbildung sinnvoller und notwendiger wissenschaftlicher Beobachtungsinstrumente – dabei zeigt sich erwartungsgemäß: Physiologische Parameter (wie Herz-/Atemfrequenz) sind weniger aussagekräftig als die klinische Beobachtung. Weitere Entwicklungen in den letzten Jahren zeigen die zahlreichen Indikationen und auch einige Kontraindikationen (zum Beispiel bei verwirrten und hochsedierten Personen) für klinische Musiktherapie in der Intensivmedizin.
Dieses Buch ist von großer Theoriebedeutung, wie es ebenso den spezialisierten Kliniker anspricht.
Peter Petersen
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