ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2000Erfolgreiches Screening bei Familien mit HNPCC

MEDIZIN: Referiert

Erfolgreiches Screening bei Familien mit HNPCC

Dtsch Arztebl 2000; 97(31-32): A-2101 / B-1782 / C-1677

w

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Beim hereditären nichtpolypösen kolorektalen Karzinom (HNPCC) handelt es sich um ein dominant vererbtes Syndrom, das mit einem hohen Risiko kolorektaler Karzinome und Endometriumkarzinome vergesellschaftet ist. Diese meist in jüngerem Lebensalter auftretenden Tumoren gehen auf eine Genmutation von DNA-Reperaturgenen zurück. Deshalb finden sich auch gehäuft Magen-, Ovarial-, Nierenzell-, Urothel- und Gallengangsadenokarzinome.
Die Autoren führten bei 133 Patienten aus 22 HNPCC-Familien kolo-
skopische Screening-Untersuchungen in dreijährigem Abstand durch. 119 Kontrollprobanden wurden nicht in das Screeningprogramm aufgenommen. Im Rahmen des über 15 Jahre laufenden Vorsorgeprogramms wurden acht kolorektale Karzinome (sechs Prozent) entdeckt, in der Kontrollgruppe waren es 16 Prozent. Die Rate an kolorektalen Karzinomen konnte durch konsequente Entfernung gutartiger Adenome um 63 Prozent reduziert werden. Alle im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen entdeckten kolorektalen Karzinome waren operabel, während in der Kontrollgruppe neun Todesfälle auf die sich entwickelnden Darmkarzinome zurückzuführen waren. Die Autoren kommen zu dem Schluss,
dass koloskopische Vorsorgeuntersuchungen in dreijährigem Abstand das Risiko eines kolorektalen Karzinoms halbieren können und dass dadurch die Gesamtletalität in HNPCC-Familien um 65 Prozent gesenkt werden kann. w

Järvinen HJ, Aarnio M, Mustonen H et al.: Controlled 15-year trial on screening for colorectal cancer in families with hereditary nonpolyposis colorectal cancer. Gastroenterology 2000; 118: 829–834.
Second Department of Surgery Helsinki University Central Hospital, P. O. Box 260, FIN-00029 HUCH, Helsinki, Finnland.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema