ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2000Paracentese oder TIPSS bei Aszites

MEDIZIN: Referiert

Paracentese oder TIPSS bei Aszites

Dtsch Arztebl 2000; 97(31-32): A-2101 / B-1782 / C-1677

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LNSLNS Nicht wenige Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose entwickeln einen weitgehend therapieresistenten Aszites. Von den Therapieoptionen Paracentese, peritoneo-venöser Shunt, portosystemischer Shunt (TIPPS) oder Lebertransplantation liegen bisher nur wenige vergleichende Studien vor.
Die Autoren berichten über 60 Patienten mit refraktärem oder rezidivierendem Aszites auf dem Boden einer Leberzirrhose (Child-B: 42 Patienten, Child-C: 18 Patienten), die entweder mit einem transjugulären Shunt (29) oder mit ausgiebiger Paracentese (31) therapiert und über 45 (6 sechs) Monate nachbeobachtet wurden.
In der Shunt-Gruppe verstarben während der Beobachtungszeit 15 Patienten, einer der Patienten wurde lebertransplantiert. In der Paracentesegruppe verstarben 23 Patienten, bei zwei Patienten wurde eine Lebertransplantation durchgeführt. Nach einem Jahr lebten noch 69 Prozent der Patienten in der TIPSS-Gruppe, nach zwei Jahren 58 Prozent. In der Gruppe mit ausgiebiger Paracentese betrugen die Vergleichszahlen 52 Prozent beziehungsweise 32 Prozent. Der Aszites war drei Monate nach Beginn der Therapie bei 61 Prozent der Patienten mit TIPSS, aber nur bei 18 Prozent der Patienten nach Paracentese verschwunden (p = 0,006). Die Häufigkeit einer hepatischen Enzephalopathie war in beiden Gruppen gleich.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der transjuguläre intrahepatische portosystemische Shunt die Überlebenschance von Patienten mit refraktärem oder rezidivierendem Aszites deutlich zu verbessern vermag, ohne dass eine Lebertransplantation erforderlich wird. w

Rössle M, Ochs A, Gülberg V et al.: A comparison of paracentesis and transjugular intrahepatic portosystemic shunting in patients with ascites. N Engl J Med 2000, 342: 1701–1707.
Medizinische Klinik 2, Albrecht-Ludwigs-Universität, Hugstetterstraße 55, 79106 Freiburg.

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