ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2000Strahlenschutz: Zu hohe Belastung

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Strahlenschutz: Zu hohe Belastung

Dtsch Arztebl 2000; 97(33): A-2130 / B-1806 / C-1722

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LNSLNS Das Bundesamt für Strahlenschutz legt den Jahresbericht 1999 vor.

Patienten werden in keinem europäischen Land so hohen Strahlenbelastungen ausgesetzt wie in Deutschland. Ihre Strahlenexposition erhöhte sich in den letzten Jahren von 1,5 auf zwei Millisievert pro Person und Jahr. Das geht aus dem Jahresbericht 1999 des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) hervor, den Bundesumweltminister Jürgen Trittin und BfS-Präsident Wolfram König in Berlin vorstellten.
Die Ursachen sehen sie in einer gestiegenen Untersuchungshäufigkeit, vor allem durch dosisintensive Verfahren wie die Computertomographie (CT). Die Strahlenbelastung müsse durch strengere Indikationsstellung, Optimierung der Untersuchungstechniken und Fortentwicklung alternativer Verfahren wieder gesenkt werden, forderte König. Das BfS diskutiere derzeit mit der Bundes­ärzte­kammer über eine Leitlinie zur Röntgendiagnostik.
Trittin kündigte an, die Strahlenschutzverordnung zu novellieren und die Dosisgrenzwerte von 1,5 auf ein Millisievert jährlich zu senken. Für Personen, die beruflich Strahlung ausgesetzt sind, soll der Grenzwert für die effektive Dosis von bislang 50 auf 20 Millisievert reduziert werden. Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, wandte sich gegen eine Reduzierung der Grenzwerte. Er schlägt stattdessen vor, Strahlendiagnostik nur noch Fachärzten für Radiologie zu erlauben. Dagegen verwahrte sich die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände. Gerade niedergelassene Gebietsärzte hätten Röntgenuntersuchungen deutlich reduziert.

Wird zu häufig geröntgt? Eine Leitlinie zur Röntgendiagnostik wird diskutiert.

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