ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2000Nachgefragt: Informationspolitik

POLITIK

Nachgefragt: Informationspolitik

Dtsch Arztebl 2000; 97(33): A-2135 / B-1811 / C-1703

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Drei Fragen an Dr. med. Michael Späth zur „EBM-Kommunikation“

DÄ: Der EBM wird wieder einmal reformiert, und zwar gründlich. Glauben Sie, dass der normale Kassenarzt noch durchblickt?
Späth: Um diesen Durchblick gewährleisten zu können, konzentrieren wir uns auf zwei Punkte: Vereinfachung und bessere Kommunikation des neuen EBM. Die Projektgruppe 5 „EBM-Kommunikation“ wird mit PR-Aktivitäten dafür sorgen, dass auch die Kollegen an der Basis frühzeitig über die anstehende EBM-Reform informiert werden. Damit auch wirklich jeder erreicht wird, planen wir im Rahmen unseres Projektes, zum Beispiel als Beilage zum Deutschen Ärzteblatt, allen Ärzten eine CD-ROM mit dem kompletten, bewerteten neuen EBM 2000 plus zur Verfügung zu stellen.

DÄ: Mit dem neuen EBM kommen Umverteilung und Reduzierung der Leistungen und damit offene Rationierung. Sind die Ärzte – und auch die Öffentlichkeit – darauf genügend vorbereitet?
Späth: Die Ärzte und die Patienten erfahren schon heute durch die Praxisbudgets – und die Arznei- und Heilmittelbudgets – eine schleichende Rationierung. Mit dem neu bewerteten EBM 2000 plus und den begleitenden Leistungssteuerungselementen wird sehr schnell klar, wie viele Leistungen mit dem von den Kassen zur Verfügung gestellten Geld zu finanzieren sind. Es ist allerdings auch Aufgabe der Krankenkassen, ihre Versicherten darüber zu informieren, dass es für eine begrenzte Menge Geld auch nur eine begrenzte Menge an Leistungen geben kann.

DÄ: Wie will die KBV dem Arzt Sinn und Inhalt des neuen EBM vermitteln?
Späth: Die Relationen der einzelnen Bewertungen zueinander stimmen nicht mehr. Das wissen die Kollegen aus ihrer täglichen Arbeit. Das Instrument zur Abrechnung der ärztlichen Leistungen muss aber in sich stimmig und plausibel sein. Das ist Sinn und Aufgabe des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes. Der neue EBM 2000 plus wird stark vereinfachte Bestimmungen und Regeln sowie betriebswirtschaftliche Vollkostenkalkulationen als Bewertungsgrundlage enthalten. Inhalte und Strukturen richten sich nach der Weiter­bildungs­ordnung und dem gesetzlichen Gliederungsauftrag. Wie das im Einzelnen aussieht, werden wir im Rahmen unseres EBM-Kommunikationsprojektes auch auf dem Weg von Sonderbeilagen im Deutschen Ärzteblatt und zum Beispiel der Ärzte-Zeitung dem einzelnen Arzt vermitteln. Ich bin für eine offene und transparente Informationspolitik zum neuen EBM 2000 plus, denn die Akzeptanz durch die Anwender hängt ganz wesentlich davon ab, dass die pragmatischen und politischen Ziele des neuen EBM 2000 plus von allen verstanden und angenommen werden können.
. DÄ-Fragen: Norbert Jachertz
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