ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2000Arzneimittel: Erfreulich

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Arzneimittel: Erfreulich

Dtsch Arztebl 2000; 97(33): A-2160 / B-1836 / C-1640

Nock, Hermine; Bühring, Petra

Zu dem Beitrag „Arzneimittelsicherheit in der Pädiatrie verbessern“ von Prof. Dr. med. Hannsjörg W. Seyberth et al. in Heft 27/2000:
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LNSLNS Dieser Beitrag spricht uns als Elternvereinigung sozusagen aus dem Herzen. Die Tatsache, dass an Kinder Medikamente verabreicht werden, die nur an Erwachsenen erprobt wurden, ist weitgehend unbekannt. Unbekannt ist ebenfalls, dass die Dosierung nicht allein proportional zum Körpergewicht gesteigert beziehungsweise reduziert werden kann . . .
Leider ist die Patientengruppe, deren Interessen wir vertreten, die herzkranken Kinder, für die Industrie eine wenig Gewinn bringende Klientel, da mit circa 4 500 bis 6 000 Geburten pro Jahr mit angeborenem Herzfehler keine großen Umsätze gemacht werden können. Wir appellieren an die moralische Verpflichtung der Medikamentenhersteller und auch der Ärzte, die diese verabreichen. Es kann in einem der reichsten Länder dieser Erde nicht sein, dass
- manche wirksamen Medikamente Kindern vorenthalten bleiben müssen
- Dosierungen nach dem Ermessen und in der Verantwortlichkeit des Pädiaters erfolgen statt nach dem Beipackzettel und dass man sich an das richtige Maß „herantastet“
- der Gesetzgeber nicht über das Arzneimittelgesetz die Möglichkeiten schafft, Medikamentenhersteller zur Beteiligung zu verpflichten
- viel zu wenig Geld zur Verfügung steht, um dringend notwendige Studien zu finanzieren
- einer der wichtigsten Schritte, nämlich der Aufbau eines Netzwerks von pädiatrischen Zentren sowie eine international funktionierende Kooperation auf diesem Gebiet, aus Kostengründen unterbleibt.
Wir freuen uns sehr über die Publikation als einem weiteren Beitrag zur Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit für dieses Problem.
Hermine Nock, Bundesverband Herzkranke Kinder e.V., Robensstraße 20-22, 52070 Aachen
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