ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2000Venlafaxine mildert Hitzewallungen nach Brustkrebs

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Venlafaxine mildert Hitzewallungen nach Brustkrebs

Dtsch Arztebl 2000; 97(33): A-2182 / B-1770 / C-1626

Junker, Annette

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LNSLNS Hitzewellen sind häufig ein Problem für Frauen, die Brustkrebs überlebt haben, da einerseits die Menopause durch Chemotherapeutika beschleunigt werden kann und andererseits Tamoxifen selbst Hitzewellen induziert. Die Symptome könnten zwar mit Östrogenen und Progesteron gemildert werden, eine Hormontherapie verbietet sich aber bei diesen Frauen wegen der erneuten Karzinomgefahr.
Wie auf dem amerikanischen Krebskongress ASCO berichtet wurde, übt das Antidepressivum Venlafaxine (Trevilor®, Wyeth Ayerst), ein selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer, einen positiven regulatorischen Effekt auf diese Symptomatik aus: Hitzewellen treten bei einem plötzlichen Absinken der Östrogenspiegel bei gesunden Frauen in der Menopause auf, damit natürlich auch, wenn eine Antiöstrogentherapie in die Thermoregulation des Hypothalamus störend eingreift.
In einer auf dem ASCO vorgestellten Studie wurden 180 menopausale Frauen mit quälenden Hitzewellen randomisiert und vier Wochen lang entweder mit Placebo oder mit Venlafaxine in Dosen von 37,5, 75 oder 150 mg behandelt. Sowohl die Zahl von Hitzewellen als auch der Hitzewellen-Score – bestimmt als Produkt aus der Frequenz und der Stärke der Hitzewellen – wurden um 25 Prozent im Placeboarm und um 40, 60 und 60 Prozent in den verschiedenen Venlafaxine-Armen gesenkt.
An Nebenwirkungen traten selten Erbrechen, Mundtrockenheit, Anorexie und Obstipation auf. Angesichts der Wirkung und Nebenwirkungen scheint eine Dosis von 75 mg Venlafaxine für die Behandlung menopausaler Beschwerden von Mamma-Ca-Patientinnen empfehlenswert und ausreichend. Die antidepressive Dosis liegt bei 150 mg. Annette Junker
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