ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2000Gesundheitsversorgung: Frauen benachteiligt

AKTUELL: Akut

Gesundheitsversorgung: Frauen benachteiligt

Dtsch Arztebl 2000; 97(34-35): A-2197 / B-1900 / C-1773

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LNSLNS Frauenspezifische Aspekte sollen künftig stärker berücksichtigt werden.
Frauen würden im medizinischen Alltag häufig schlechter therapiert als Männer, sagen die Gesundheitsexpertinnen Helga Kühn-Mengel (SPD) und Irmingard Schewe-Gerigk (Grüne). Frauenspezifische Bedürfnisse würden nicht ausreichend beachtet; Studien, Therapien und Diagnosemethoden orientierten sich vornehmlich an Männern und deren Gesundheitsempfinden. Untersuchungen hätten aber gezeigt, dass Frauen gesundheitliche Belastungen anders bewältigen als Männer. Darauf müssten sich die Ärzte besser einstellen, so die Politikerinnen.
Sie verwiesen dabei auf die unterschiedliche Therapie des Myokardinfarktes. Frauen stürben häufiger am ersten Infarkt als Männer, weil die typischen Symptome in vielen Fällen als „psychovegetativ“ fehlgedeutet würden. Ferner erhielten Frauen „ältere Kombipräparate mit hohem Beruhigungsanteil“, Männer hingegen „hochmoderne“ Medikamente.
In einem Koalitionsantrag forderten die Politikerinnen, die medizinische Versorgung von Patientinnen zu verbessern. Die Bundesregierung will nach der Sommerpause über geeignete Maßnahmen beraten.

Irmingard Schewe-Gerigk (l.) und Helga Kühn-Mengel setzen sich für Frauengesundheit ein. Fotos: Deutscher Bundestag
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