ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2000Ambulantes Operieren: „Keine weiteren Vorleistungen“

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Ambulantes Operieren: „Keine weiteren Vorleistungen“

Dtsch Arztebl 2000; 97(34-35): A-2225 / B-1895 / C-1779

Richter, Eva A.

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LNSLNS Ambulante Operateure verlangen feste Vergütung ihrer Leistungen.
Vom kommenden Jahr an sollen zunehmend Operationen aus dem stationären in den ambulanten Bereich verlagert werden. Obwohl der Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. (BAO) diese Absicht der Bundesregierung begrüßt, ist er nicht bereit, an der Weiterentwicklung des § 115 b SGB V mitzuarbeiten. Erst müsse eindeutig geklärt sein, wie die weitere Verlagerung der Leistungen finanziert werde, erklärte der Präsident des Verbandes, Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg, in Berlin. Zudem fordert der Verband, dass grundsätzlich jeder Eingriff – unabhängig von einer geplanten Liste – in Absprache zwischen Patient und Operateur auch ambulant erbracht werden kann.
Der Gesetzgeber hatte im Entwurf des Gesundheitsreformgesetzes 2000 die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Spitzenverbände der Krankenkassen aufgefordert, bis zum 31. Dezember 2000 einen Katalog ambulant zu erbringender Operationen nach § 115 b SGB V zu vereinbaren. Der BAO befürchtet nun, dass in diesem Katalog nur ein enges operatives Spektrum definiert wird, das weit hinter dem bereits etablierten Leistungsumfang zurückbleibt. Ebenso bestehe die Gefahr, dass der Katalog den Fortschritten der Medizin nicht gerecht werde.
Stationsersetzende Leistungen seien nicht Bestandteil des Sicherstellungsauftrages der Vertragsärzte und könnten daher auch nicht im Rahmen einer budgetierten Versorgung erbracht werden, betonte Rüggeberg. Bereits jetzt würden die ambulanten Operateure stationsersetzende Leistungen erbringen, zum Nulltarif. „Eine weitere Ausdehnung ist nicht möglich“, sagte Rüggeberg. „Ehe wir uns weiter in den Ruin operieren, legen wir lieber die Instrumente ab.“ Der BAO fordert
eine feste Vergütung der zu katalogisierenden Leistungen unabhängig vom Ort der Leistungserbringung und der Leistungsmenge. Vorher würden die ambulanten Operateure keine weiteren Vorleistungen erbringen. ER
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