ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2000Notfallkoloskopie bei schwerer Divertikelblutung

MEDIZIN: Referiert

Notfallkoloskopie bei schwerer Divertikelblutung

Dtsch Arztebl 2000; 97(34-35): A-2245 / B-1913 / C-1797

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LNSLNS Eine Divertikelblutung ist eine der häufigsten Ursachen für einen massiven peranalen Blutabgang beim Erwachsenen. Die Autoren berichten über eine Studie mit 121 Patienten mit massiver peranaler Blutung bei Divertikulose, bei denen innerhalb von sechs bis zwölf Stunden nach stationärer Einweisung eine Koloskopie durchgeführt wurde.
Bei den ersten 73 Patienten wurde im Fall von anhaltenden Blutungen eine Hemikolektomie durchgeführt, bei den folgenden 48 Patienten wurde der Versuch unternommen, durch bipolare Koagulation oder Suprarenin-Injektion die Blutung zum Stillstand zu bringen. Bei den ersten 73 Patienten konnte im Rahmen der Notfallkoloskopie eine aktive Blutung (6), ein nicht blutendes sichtbares Gefäß (4) oder ein wandadhärentes Koagel (7) gesehen werden. In der zweiten Gruppe von 48 Patienten wiesen 21 definitive Zeichen einer Divertikelblutung auf (fünf eine aktive Blutung, zwei ein sichtbares Gefäß, drei ein Koagel). Bei zehn Patienten konnte durch endoskopische Maßnahmen die Blutung gestillt oder eine Rezidivblutung verhindert werden.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass durch endoskopische Maßnahmen im Rahmen einer frühzeitigen Koloskopie in dem einen oder anderen Fall die Notwendigkeit für einen chirurgischen Eingriff vermindert werden kann. w

Jensen DM, Machicado GA, Jutabha R, Kovacs TOG: Urgent colonoscopy for the diagnosis and treatment of severe diverticular hemorrhage. N Engl J Med 2000: 342: 78–82.
Center for Ulcer Research and Education (CURE), Digestive Disease Research Center, VA GLAHS, 11301 Wilshir Blvd. Bldg. 115, Los Angeles, CA 90073–1003, USA.

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