ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2000Psychosomatische Aspekte bei Erektionsstörungen: Patientenalter berücksichtigen

MEDIZIN: Diskussion

Psychosomatische Aspekte bei Erektionsstörungen: Patientenalter berücksichtigen

Dtsch Arztebl 2000; 97(34-35): A-2247 / B-1915 / C-1799

Momsen, Uwe

zu dem Beitrag Psychosomatische Aspekte bei Erektionsstörungen von Prof. Dr. rer. biol. hum. Uwe Hartmann (Dipl.-Psych.) in Heft 10/2000
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS In dem Übersichtsartikel vermisse ich die Berücksichtigung des Patientenalters und seiner Folgen auf die Funktionsstörungen.
Es wird darauf hingewiesen, dass bei jüngeren Männern in der Regel Erektionsstörungen im Zusammenhang mit Ängsten und konfliktbedingten Hemmungen entstehen, diese bei älteren Männern dagegen auf ein Nachlassen der zentralen peripheren Erregbarkeit zurückzuführen sind. Dass sich der älter werdende Mann jedoch insgesamt mit dem Nachlassen der Vitalität und der körperlichen Kräfte auseinander zu setzen hat und dieses zu krisenhaften Erscheinungen, ähnlich wie beim Klimakterium der Frau, führen kann, wird völlig außer Acht gelassen. Es ist zwar bekannt, dass die Zeugungsfähigkeit des Mannes theoretisch weiter bis ins hohe Alter bestehen kann, die Untersuchungen über die Abnahme der Spermienhäufigkeit und anderes sind jedoch ein Hinweis auf die abnehmende Vitalitätskurve.
Dass es dementsprechend zu depressiven Reaktionen, Partnerproblemen oder Beziehungskrisen kommen kann, ist verständlich, es kann nicht immer auf „depressive Reaktionen“ wegen Erektionsstörungen zurückgeführt werden. In Therapieempfehlungen vermisse ich dementsprechend einen psychotherapeutischen Ansatz zur Bearbeitung dieser biografischen Realität des Alterns. Der Hinweis auf die Realität des Viagrazeitalters reicht nicht aus, weil dadurch die Aspekte des Alterns unberücksichtigt bleiben.

Uwe Momsen
Kirchender Dorfweg 67, 58313 Herdecke

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema