ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2000Stuhlinkontinenz: Hauptzielgruppe unberücksichtigt

MEDIZIN: Diskussion

Stuhlinkontinenz: Hauptzielgruppe unberücksichtigt

Dtsch Arztebl 2000; 97(34-35): A-2249 / B-1917 / C-1800

Wezler, Nikolai

zu dem Beitrag Stuhlinkontinenz von Dr. med. Christian Pehl Dr. med. Berndt Birkner Dr. med. Wolfgang Bittmann Brigitte Cluss Dr. med. Hans Emmert Dr. med. Martin Fuchs Dr. med. Jutta Passern Dr. med. Barbara Wendl Prof. Dr. med. Wolfgang Schepp Prof. Dr. med. Wolf Heitland in Heft 19/2000
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Erfreulich ist, dass dieses oft tabuisierte und allzu gern übersehene Thema endlich einer breiteren medizinischen Öffentlichkeit vergegenwärtigt wird. So umfassend der Artikel den heutigen Stand der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten behandelt, so verfehlt er doch meiner Meinung nach die Problematik und Bedürfnisse der größten Zielgruppe. Zwar nennen die Verfasser zu Beginn des Artikels die „Älteren“ als Hauptzielgruppe, aber es sind doch die wirklich alten, gebrechlichen, multimorbiden und meist institutionalisierten Patienten, die den tätigen Arzt mit der Problematik im Alltag konfrontieren. Einschlägige Studien zeigen eine Prävalenz der Stuhlinkontinenz von 30 bis 60 Prozent in Pflegeheimen. So einfache wie effektive Methoden wie das Stuhltagebuch, das Toilettentraining in seinen vielen Variationen
oder das kontrollierte Abführen werden leider mit keiner Silbe erwähnt. Auch eine Übersicht über die verschiedenen Hilfsmittel, ihre Indikationen und Probleme wäre wünschenswert gewesen. So gereichen die dargestellte Therapie und Diagnostik hoffentlich vielen „fitten“ Betroffenen zu einer besseren Behandlung und Linderung ihrer Beschwerden, die Hauptzielgruppe, die den Alltag des praktischen Arztes prägt, bleibt aber wohl fast unberührt.

Dr. med. Nikolai Wezler
Kontinenzberatungsstelle Bethanien-Krankenhaus
Geriatrisches Zentrum, 69117 Heidelberg
E-Mail: wezler@aol.com

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema