ArchivDeutsches Ärzteblatt33/1996Herzklappen: Unrealistisch hohe Arzthonorare vermutet

SPEKTRUM: Leserbriefe

Herzklappen: Unrealistisch hohe Arzthonorare vermutet

Warlo, Hans-Jürgen

Zu dem Beitrag "Aus der Sicht des Patienten: Selbstkontrolle der oralen Antikoagulation" von Elisabeth Hoffmann in Heft 20/1996:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Ansicht der Verfasserin, daß die Selbstkontrolle der oralen Antikoagulation im Vergleich zur ärztlichen Kontrolle für die Krankenkassen kostengünstig sei und die ärztliche Laboruntersuchung "das Vielfache" kosten würde, entspricht nicht der Wirklichkeit und kann durch einfaches Nachrechnen widerlegt werden. Ausgehend von den Angaben der Verfasserin zu den Kosten und der viermal höheren Häufigkeit der Selbstkontrolle ergibt sich ein Betrag von 150 DM je Quartal, der sich bei anteiliger Einbeziehung der Gerätekosten von zirka 3 600 DM noch erheblich erhöht.
Demgegenüber wird die vergleichbare ärztliche Kontrolle aus Kapillarblut (EBM-Nr. 3 824) einschließlich Beratung (frühere EBM-Nr. 1, jetzt Ordinationsgebühr) nach den vertragsärztlichen Gebührenordnungen und bei einem mittleren OI-Punktwert von 7,8 Pfennig mit zirka 26 DM je Quartal vergütet. Die Krankenkassen werden somit bei ärztlicher Kontrolle nur mit einem Bruchteil der Kosten der Selbstkontrolle belastet. Es ist eine immer wieder rätselhafte Erfahrung, daß von Außenstehenden unrealistisch hohe Arzthonorare vermutet werden.
Dr. med. Hans-Jürgen Warlo, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Herbert-Lewin-Straße 3, 50931 Köln
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote