ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2000Transportversicherung: Vorsicht bei Haftungsgrenzen

Versicherungen

Transportversicherung: Vorsicht bei Haftungsgrenzen

Dtsch Arztebl 2000; 97(34-35): [63]

rco

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LNSLNS Wenn die Entscheidung für den Umzug gefallen, die neue Wohnung oder das neue Haus in Kürze bezugsfertig ist, gilt es, den Transport zu organisieren. Man holt zwei oder drei Angebote ein, und meist wird das günstigste gewählt. Doch was passiert, wenn das Schränkchen aus dem 18. Jahrhundert den Möbelspediteuren aus den Händen gleitet und sich, total zertrümmert, zwei Etagen tiefer auf dem Treppenabsatz wiederfindet?
Die Antwort ist theoretisch klar und einfach: Der Möbelspediteur haftet nach den gesetzlichen Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (§§ 451 ff. HGB). Daraus geht eine Grundhaftung des Umzugsunternehmers von 1 200 DM je Kubikmeter Laderaum hervor, der für das Umzugsgut benötigt wird. Im obigen Beispiel belief sich der Umfang des Umzugsgutes auf 12,5 Kubikmeter. Daraus errechnet sich eine Höchsthaftungssumme von 15 000 DM. Ein Sachverständiger hatte den Schaden auf 25 000 DM geschätzt, der Sachbearbeiter der Transportversicherung zahlte aber nur die Haftungshöchstgrenze, 15 000 DM.
Wären noch weitere Gegegenstände zu Schaden gekommen, sie würden nicht bezahlt. Abhilfe hätte mit der Vereinbarung eines höheren Wertes geschaffen werden können. In diesem Fall belief sich der Wert des gesamten Hausrats auf 100 000 DM (so genannte Wertdeklaration). Aber auch bei Vereinbarung einer Wertdeklaration ist nicht immer von einem vollwertigen Schadensersatz auszugehen.
Hierzu ein Beispiel: Steinewerfer auf der Autobahnbrücke treffen ein Speditionsfahrzeug. Die Täter bleiben unerkannt. Kommt es zu einem Unfall und das Umzugsgut wird zerstört, so kann sich der Spediteur erfolgreich auf seinen Haftungsausschluss berufen. Das Resultat für den Umzugskunden: Er hat den kompletten Haushalt verloren, und Schadensersatz ist kaum möglich, weil die Täter nicht ermittelt wurden. Doch was kann man tun, um sich vor einer solchen Situation zu schützen? Wer mit einer Spedition umzieht, sollte eine Transportwarenversicherung für Umzugsgüter abschließen. In diesem Fall hätte die Versicherung bei einer Versicherungssumme von 100 000 DM die Zahlung für das zerstörte Schränkchen vollständig übernommen. Auch der Versicherungsschutz für ein Ereignis wie den Steinwurf wäre abgesichert. Mit der Versicherung zum Neuwert wäre der materielle Verlust voll ausgeglichen worden. Man benötigt gewiss jede Mark für die beim Umzug anfallenden Kosten. Doch im Schadensfall hätte sich eine Investition von rund 250 DM (Beispiel der DBV-Winterthur Versicherung) für die Versicherungsprämie schnell bezahlt gemacht. rco
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