ArchivDeutsches Ärzteblatt5/1996Abtreibung: Kapitulation des Rechtsstaates

SPEKTRUM: Leserbriefe

Abtreibung: Kapitulation des Rechtsstaates

Breimann, Albert

Gedanken zur Fristenlösung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNSLNSLNS Der Bundestag hat mit seiner Entscheidung vom 29. Juni 1995 einer Beseitigung ungeborener Kinder einen Freibrief erteilt. Die sogenannte Selbstbestimmung der Frau macht sie zur Herrin über Tod und Leben. Aus ärztlicher Sicht muß dieses Gesetz als Fristenlösung angesehen werden. Nach Feststellung der Europäischen Ärzteaktion sind in der Bundesrepublik in der Zeit von 1975 bis 1992 über sieben Millionen Kinder abgetrieben, das heißt getötet worden. Nach Artikel zwei unseres Grundgesetzes ist die Würde des Menschen unantastbar. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 28. Mai 1993 steht auch das ungeborene Kind unter der Schutzpflicht des Staates. Millionenfache Tötung von Kindern steht somit in krassem Widerspruch zum Grundgesetz. Sie steht auch in krassem Widerspruch zu dem Eid, den unsere Politiker schwören, Nutzen zu mehren und Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Dies dürfte als Kapitulation des Rechtsstaats anzusehen sein. Gleichwohl wird schwangeren Frauen erlaubt, daß sie straffrei weiterhin ihre Kinder abtreiben dürfen. Kinder sind das höchste Gut eines Staates, denn sie bilden die Voraussetzung zur Sicherung der Altersversorgung für die jetzige Generation. Wenn sie aber millionenfach getötet werden, dürfte es unausbleiblich sein, daß die Altersversorgung demnächst nicht mehr in der bisherigen Form garantiert werden kann. Das eigene Glück einer Frau läßt sich nicht auf dem Tod eines Kindes aufbauen. Bei einem hohen Prozentsatz aller Frauen treten nach Abtreibung psychische Schäden ein, die zu schweren Depressionen führen und oft nur schwer zu beheben sind.
Dr. med. Albert Breimann, Arnoldstraße 16-18, 47139 Duisburg
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote