ArchivDeutsches Ärzteblatt33/1996Papst Johannes Paul II.

SPEKTRUM: Bücher

Papst Johannes Paul II.

Szulc, Tad

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LNSLNS Biographie
Gewissenhaft
Tad Szulc: Papst Johannes Paul II. Die Biographie, aus dem Amerikanischen übertragen von Rüdiger Hipp, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, 1996, gebunden, 480 Seiten, 30 Abbildungen, 48 DM
Die katholische Kirche muß sich seit einigen Jahrzehnten in einer umfassenden Diskussion mit mancherlei Anfragen auseinandersetzen. Themen wie Zölibat, Empfängnisverhütung, ökumenisches Verhältnis zu anderen Religionen sowie weibliches Priestertum bleiben in der Diskussion. Theologen wie Küng oder Drewermann provozieren nicht ohne Grund aus dem deutschsprachigen Raum heraus; sie sind aber Exponenten einer Kirche, die hinterfragt wird.
Im Zentrum steht dabei die Person des Papstes Johannes Paul II., als Kardinal Karol Wojtyla zum ersten nichtitalienischen Pontifex seit Jahrhunderten anno 1978 berufen. Sein persönliches Charisma und seine offenbarte Nächstenliebe haben weltweit Bewunderung gefunden; seine Amtsführung als "Statthalter Christi" in einer eher als konservativ-starr empfundenen Form bleibt umstritten.
Tad Szulc will als gewissenhafter Biograph natürlich in diese Divergenzen nicht mit einem Eigenurteil eingreifen; er will vielmehr einen Lebenslauf in seiner ganzen Komplexität nachzeichnen, wie es sich für dieses literarische Genre auch gehört. Seinem Buch ist ein hervorragendes Quellenstudium vorausgegangen (man beachte die ausführliche Bibliographie). Der Autor hatte überdies den fast unvergleichlichen Vorzug, mit dem Papst in vielen persönlichen Gesprächen verbunden gewesen zu sein und so auf mancherlei Informationen intimster Art Bezug nehmen zu dürfen. Er verhilft so dem Leser dazu, den persönlichen Werdegang des Kindes Karol über den Priester und Bischof Wojtyla bis zum Oberhaupt der katholischen Kirche nachzuvollziehen und ihn in seinem Amtsverständnis besser zu erfassen.
Das Buch ist eine wichtige Hilfe für alle Gläubigen, auch für die einer anderen Konfession, ebenso wie für die kritischen Beobachter. Rudolf Clade, Bad Neuenahr
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