ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2000Ambulante Versorgung: Quo vadis collega?

BRIEFE

Ambulante Versorgung: Quo vadis collega?

Dtsch Arztebl 2000; 97(36): A-2306 / B-1968 / C-1851

Bock, Fritjof

Zu dem Beitrag „Hausärzte fühlen sich erneut übervorteilt“ von Josef Maus in Heft 28–29/2000:
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LNSLNS Der Artikel zur ambulanten Versorgung, in dem die Forderung des GHB wiedergegeben wird, treibt mir die Zornesröte ins Gesicht. Auf der einen Seite sollen und werden Praxisnetze im Verbund Allgemeinärzte und Fachärzte gegründet, auf der anderen Seite fordert der GHB harte Fronten, ergo eine Aufspaltung der niedergelassenen Ärzteschaft in zwei Lager.
Die Forderung des GHB, fachärztliche Leistungen von hausärztlichen Überweisungen abhängig zu machen, ist geradezu grotesk, gerade das Gegenteil muss eingefordert werden, nämlich, dass ein Hausarzt nicht uneingeschränkt Leistungen von Fachärzten anfordern darf, ohne dass dafür auch Finanzmittel aus dem Hausarzttopf in den fachärztlichen Topf fließen; gemeint ist hier zum Beispiel das Veranlassen von MRT.
Der Zugang zu diesen „teuren“ Untersuchungen darf eben nur nach fachärztlicher Indikationsstellung erfolgen. Gleichzeitig käme die erzwungene Überweisung des Hausarztes an den Facharzt einer Entmündigung des Bundesbürgers gleich, das zu einer Zeit, in der die Politik den mündigen Bürger hofiert.
Es sollte also endlich wieder Frieden einkehren in die deutsche Ärzteschaft, derartige Forderungen, in der eine Fachgruppe, hier die Hausärzte, eine andere oder gar viele andere bevormunden will, sollte unterbleiben, damit wir als gesamte Ärzteschaft eine ernst zu nehmende politische Meinung gegenüber der misslungenen Gesundheitspolitik haben.
Dr. med. Fritjof Bock, Marienplatz 79, 88212 Ravensburg
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