ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2000Antisekretorische Therapie kann Karzinomdiagnostik verzögern

MEDIZIN: Referiert

Antisekretorische Therapie kann Karzinomdiagnostik verzögern

Dtsch Arztebl 2000; 97(36): A-2313 / B-2003 / C-1861

w

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Schon seit langem ist bekannt, dass sich hinter einem als benigne imponierenden Magengeschwür in etwa fünf Prozent aller Fälle ein exulzeriertes Magenkarzinom verbirgt. Die Autoren führten eine retrospektive Untersuchung bei 116 Patienten durch, die in den Jahren 1995 bis 1997 an einem Karzinom des oberen Verdauungstrakts gestorben waren. Es handelt sich um 31 Karzinome der Speiseröhre und 85 Magenkarzinome. Nur bei einem von 54 Patienten, der nicht unter einer Behandlung mit Säurehemmern einschließlich Antacida stand, wurde anlässlich der Erstuntersuchung eine Fehldiagnose gestellt, während bei 22 von 62 Patienten, die antisekretorisch therapiert wurden, die Fehldiagnose eines benignen Ulkus gestellt wurde. 20 der 45 Patienten, bei denen eine Fehldiagnose gestellt worden war, hatten einen Protonenpumpenhemmer, 2 von 17 einen H2-Blocker genommen, was zu einer Diagnoseverzögerung führte. Fast immer handelte es sich um die Fehlinterpretation eines Magengeschwürs. In sechs Fällen waren die Geschwüre sogar vollständig unter der Protonenpumpenblocker-Therapie abgeheilt; die Diagnose eines Karzinoms wurde erst im weiteren Verlauf gestellt. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass bei einem Drittel aller Patienten eine symptomatische Therapie dyspeptischer Symptome mit Säureblockern (vor einer Gastroskopie) zu einer Verzögerung der Diagnostik von Karzinomen der Speiseröhre und des Magens führen kann. w

Bramble MG, Suvakovic Z, Hungin APS: Detection of upper gastrointestinal cancer in patients taking antisecretory therapy prior to gastroscopy. GUT 2000; 46: 464–467.

Dr. M. G. Bramble, Endoscopy Centre, South Cleveland Hospital Middlesborough TS4 3BW,

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema