ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2000Sildenafil (Viagra): Dosierung von Sildenafil

MEDIZIN: Diskussion

Sildenafil (Viagra): Dosierung von Sildenafil

Dtsch Arztebl 2000; 97(36): A-2324 / B-1986 / C-1868

Berghof, Horst; Burkart, Martin

zu dem Beitrag von Priv.-Doz. Dr. med. Jochen Schophol Priv.-Doz. Dr. med. Ekkehard Haen Dr. med. Traugott Ullrich Prof. Dr. med. Roland Gärtner in Heft 6/2000
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LNSLNS Schopohl et al. geben eine ausgewogene Übersicht über Pharmakologie und klinische Anwendung von Sildenafil. Eine solche sachliche Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Medikament können wir nur begrüßen, war doch die Diskussion um Sildenafil in der Vergangenheit bis in die medizinische Fachliteratur hinein allzu häufig von Emotionalität geprägt.
Leider hat sich in dem Artikel bei der Dosierungsempfehlung ein Fehler eingeschlichen, der zu Verwirrung führen könnte. Die gültige Dosierungsempfehlung, die sich aus klinischen Studien ergeben hat und von der Zulassungsbehörde bestätigt wurde, lautet:
Bei Bedarf 50 mg etwa eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr einnehmen. Entsprechend Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis auf 100 mg oder 25 mg angepasst werden. Bei älteren Patienten beträgt die Anfangsdosis 25 mg, entsprechend Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis auf 50 mg und dann auf 100 mg erhöht werden. Bei Leberinsuffizienz, schwerer Niereninsuffizienz oder gleichzeitiger Gabe von CYP-3A4-Hemmstoffen sollte eine Anfangsdosierung von 25 mg erwogen werden, entsprechend Wirksamkeit und Verträglichkeit kann diese auf 50 mg und dann auf 100 mg erhöht werden.
Die Notwendigkeit einer ausreichenden Dosierung lässt sich beispielhaft an der Patientengruppe der Diabetiker verdeutlichen. In der zwölfwöchigen Studie mit 268 Patienten mit Erektionsstörungen und Diabetes mellitus (mittleres Alter 57 Jahre, Spannbreite 27 Jahre bis 79 Jahre) nahmen bei Studienende null Prozent die 25-mg-Dosierung, sieben Prozent die 50-mg-Dosierung und 93 Prozent die 100-mg-Dosierung (1). In einer weiteren zwölfwöchigen Studie mit 225 Diabetikern mit Erektionsstörungen (mittleres Alter 57 Jahre) hatten am Studienende 89 Prozent die 100-mg-Dosierung gewählt (2). Auch eine Metaanalyse von klinischen Studien ergab, dass 85 Prozent der Diabetiker mit Erektionsstörungen zu Studienende mit der 100-mg-Dosierung behandelt wurden (3).
Diese Daten zeigen beispielhaft, dass eine ausreichend hohe Dosierung von Sildenafil für den Therapieerfolg entscheidend ist und dass dies mit der 25-mg-Dosierung nur bei einem Teil der Patienten gelingt.

Literatur
1. Rendell MS et al.: Sildenafil for the treatment of erectile dysfunction in men with diabetes. A randomized controlled trial. JAMA 1999; 281: 421–426.
2. Hirsch IB et al.: Viagra (sildenafil citrate): Efficacy and safety in the treatment of erectile dysfunction (ED) in men with diabetes. Diabetes 1999; 48 (Suppl.): A 90.
3. Pfizer Inc, Data on file.

Dr. med. Horst Berghof
Dr. med. Martin Burkart
Abteilung Medizin
Pfizer GmbH
Postfach 49 49
76032 Karlsruhe

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