ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2000Krebsraten: Richtigstellung

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Krebsraten: Richtigstellung

Dtsch Arztebl 2000; 97(37): A-2378 / B-2032 / C-1908

Wiebel, Friedrich J.

Zum Beitrag „USA: Krebsraten gesunken“ von Hans-Joachim Maes in Heft 31–32/2000:
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LNSLNS Der Bericht über den US-Statusreport zur Krebserkrankung bedarf dringend einer Korrektur. Der Berichterstatter referiert aus dem Report, dass die Sterblichkeit an Lungenkrebs von Männern und Frauen in den USA seit einigen Jahren zurückgeht beziehungsweise langsamer ansteigt. Zu dieser positiven Entwicklung, so zitiert er die Autoren, hätten „sowohl das Screening als auch verbesserte Behandlungstechniken“ beigetragen. Nichts könnte den Autoren ferner liegen! Sie verlieren im Zusammenhang mit dem Lungenkrebs kein Wort zur Rolle des Screenings oder der Therapie. Vielmehr nennen sie als Gründe für die sinkenden Lungenkrebsraten die vorangehenden Veränderungen im Rauchverhalten. Screening und Therapie werden von ihnen lediglich im Zusammenhang mit der Abnahme des Kolonkrebses genannt – und auch dies nur mit vielen Kautelen. Lungenkrebs, das zeigt der US-Statusbericht, ist die häufigste letale Krebserkrankung in den US, häufiger sogar als der Brustkrebs! Lungenkrebs ist ein Musterbeispiel für eine tödliche Erkrankung, die durch Primärprävention so gut wie vollständig vermieden werden könnte. Und ein Musterbeispiel für eine Krebserkrankung, auf deren tödlichen Ausgang Screening oder Therapie einen beklagenswert geringen Einfluss hat.
Prof. Dr. med. Friedrich J. Wiebel, Ärztlicher Arbeitskreis Rauchen
und Gesundheit e.V., Postfach 12 44,
85379 Eching/München
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