BRIEFE

Akupunktur: Kontra

Dtsch Arztebl 2000; 97(37): A-2379 / B-2033 / C-1909

Ruhnke, Ulrich

Zu dem Beitrag „Streit um Akupunktur“ von Heike Korzilius in Heft 30/2000:
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LNSLNS Die ärztlichen Vertreter in dem 21-köpfigen Gremium können nur nachdrücklich motiviert werden, bei der nächsten Sitzung am 16. Oktober 2000 der tendenziösen Absicht der Krankenkassenvertreter entschlossen entgegenzutreten. Die schon vor Jahren dürftige Studienlage hat sich in der letzten Zeit nicht gebessert, sondern nur bestätigt, je mehr besser kontrollierte Studien durchgeführt worden sind. Insbesondere wird die Indikationsbreite bei den meisten Anwendern und die Erstattungsbereitschaft nicht weniger Kassen aus vorwiegend merkantilen Gründen nicht an die Studienaussagen angepasst. Die vertragsärztliche Therapiesolidität würde bei Einbeziehung der Akupunktur in die GKV erheblichen Schaden erleiden und in riskante Nähe zum Heilpraktikerniveau geraten. Ein solcher Schritt hat mit evidenzbasierter Medizin und der Etablierung eines Leitliniensystems überhaupt nichts mehr zu tun. Die erwähnten Zuwendungseffekte der Akupunkturmethode sollten auch ohne Nadel erbringbar sein. Das geringe Interesse der Ausübenden an der Integration der Akupunktur in die GKV ist natürlich auch leicht nachvollziehbar. Schlecht wäre ein Warten auf sozialgerichtliche Klärung, hat doch die zitierte BKK Sekurvita, wenn auch nur in unterster Instanz, in diesem Punkte bereits einen Teilerfolg erstritten.
Dr. med. Ulrich Ruhnke, Kurt-Schumacher-Platz 10, 24109 Kiel
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