VARIA: Personalien

Geburtstage

Dtsch Arztebl 2000; 97(37): A-2409 / B-2078 / C-1929

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LNSLNS Prof. Dr. med. Ahmad Taghavy, Facharzt für Neurologie, seit 1987 C3-Professor für Neurologie an der Neurologischen Klinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, wurde am 2. September 70 Jahre alt. Taghavy war bis 1995 Extraordinarius an der Neurologischen Klinik in Erlangen.
Taghavy, in Teheran geboren, war von 1964 bis 1967 an der Abteilung für Neurophysiologie des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München tätig, ein Jahr lang als Stipendiat, mehr als zwei Jahre lang als Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Von 1968 bis 1973 war er Stationsarzt, danach Oberarzt einer Neurologischen Station am Erlanger Universitätsklinikum. 1974 habilitierte er sich in Erlangen und wurde 1980 zum außerplanmäßigen Professor für Neurologie und Psychiatrie ernannt, 1987 zum C3-Professor berufen. Beiträge zur Hirnphysiologie und Hirnpathophysiologie wurden in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. Auch nach seiner Emeritierung betreut Taghavy noch mehrere Doktoranden und arbeitet an wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Staatssekretär a. D. Karl Jung, Bonn, seit 1997 Vorsitzender des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen (Köln), wurde am 7. September 70 Jahre alt.
Jung, in Oberbrechen, Kreis Limburg/Lahn, geboren, war nach dem ersten und zweiten juristischen Staatsexamen von 1948 bis 1961 Richter in Hessen. Dann wechselte er in das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung in Bonn. 1981 wurde er zum Vorstand der Stiftung Rehabilitation in Heidelberg berufen. 1982 wurde Karl Jung Ministerialdirektor und Amtschef im Sozialministerium von Baden-Württemberg in Stuttgart. Bereits 1983 holte ihn der damalige Bundesarbeitsminister Dr. Norbert Blüm wieder nach Bonn in das Bundesarbeitsministerium zurück. Jung wurde Leiter der Abteilung „Kran­ken­ver­siche­rung/Gesundheitspolitik“. Als diese Fachabteilung Anfang der Neunzigerjahre dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium übertragen wurde, übernahm er 1991 die Leitung der neu geschaffenen Abteilung „Pflegeversicherung, Prävention, Rehabilitation“. 1995 wurde Jung zum beamteten Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium ernannt, ein Amt, das er bis zu seiner Pensionierung (1996) inne hatte.
Nach seiner Pensionierung wurde Jung für verschiedene Spitzenorganisationen als Berater tätig; er übernahm auch Funktionen in der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte und Krankenkassen.
1997 wurde er in das schwierige Amt des Vorsitzenden des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen berufen, ein Amt, das er in der für ihn typischen agilen und souveränen Art ausübt. Jung, Sachkenner, Kommentator und „Umsetzer“ des Sozialrechtes, insbesondere des Rechtes der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung, der Rehabilitation und des Pflegeversicherungsrechtes, war in seiner aktiven Beamtenzeit Mitgestalter und prägend für verschiedene Etappen zur Kostendämpfung und Strukturreform im Gesundheitswesen. Später war er auch einer der offensiven und unkonventionellen Kritiker der Bonner Gesundheitsreform. Zu seiner aktiven Zeit scheute er auch nicht Auseinandersetzungen zwischen dem Bundesarbeitsministerium und dem neu formierten Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium.
Jung, einer der „Väter der Pflegeversicherung“, hat sich große Verdienste um die Rehabilitationsmedizin und die neu etablierte gesetzliche Pflegeversicherung erworben. Jung ist kein Mann einer stromlinienförmigen, ausgewogenen „Frühstücksdiplomatie“. Stets ist Jung ein Mann der kämpferischen, direkten Auseinandersetzung, ein Mann für klare Worte, der im Ringen um sachgerechte Auseinandersetzungen auch keine Konflikte scheut, schwierige Auseinandersetzungen souverän meistert und dies durch eine scharfzüngige Rhetorik kundtut. Trotz Interventionen von „interessierter Seite“ war Jung bis Februar 2000 Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V., bisher Bonn, jetzt Berlin. In Anerkennung seines Wirkens in der Sozial- und Gesundheitspolitik ist ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. EB
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