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LNSLNS Den Berichterstatter erreicht ein anderthalb Seiten langer handgeschriebener Brief aus einem der ärmsten Länder Afrikas mit der dringenden Bitte um Mittel zur Fortsetzung eines Studiums. Beigefügt ist die Ablichtung des Zeugnisses aus dem November/Dezember 1998 einer Hochschule des Landes.
Daraus ist allerdings nicht ersichtlich, dass der handschriftliche Brief und die darin angegebene Anschrift eines Postfaches zu derselben Person gehören. Aus der Anschrift an den Berichterstatter ist zu entnehmen, dass dessen nicht ganz aktuelle Anschrift auch aus einer kommerziell vertriebenen Adressliste stammen könnte. Offenbar lohnt sich der Fleiß handgeschriebener und „By Air Mail“ versandter Briefe einschließlich Fotokopierkosten und Luftpostporto. Der so auf Anhieb erzielte Effekt ist Hilfsbereitschaft, wie sie die Wohlstandsgesellschaft in reichem Maße gewährt, wenn sie nur richtig angesprochen wird.
Dem spontanen Impuls folgt dann jedoch die Frage: Wie viel Hilfs- und Opferbereitschaft werden nicht von der Notwendigkeit, Not zu wenden, sondern von professioneller Propaganda bewegt und gelenkt? In welchem Maße wird Hilfsbereitschaft auch missbraucht?
Es ist gewiss richtig, lieber einmal mehr zu helfen, auch wenn es nicht nötig ist, als Hilfe zu versagen, wo sie die Not abwenden kann. Aber so ganz befriedigt es den Geber nicht, Gaben mit Luftpost ins Ungewisse zu verstreuen. Oder? VD
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