ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2000Hautkrebs: Wohnort entscheidet über Schicksal

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Hautkrebs: Wohnort entscheidet über Schicksal

Dtsch Arztebl 2000; 97(38): A-2449 / B-2091 / C-1959

Bratzke, Burkhard

Zu der Meldung in Heft 28–29/2000 „Bayern startet Modellprojekt“
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LNSLNS Seit Juni diesen Jahres können BKK-Versicherte in Bayern die Krebsvorsorge des Hautorgans auf Kosten der Kasse in Anspruch nehmen. Auch in einigen anderen Bundesländern (Sachsen, Schleswig-Holstein) sind ähnliche Projekte gestartet worden. In Berlin nicht. Hier waren die Krankenkassen bislang nicht bereit, auch nur in Verhandlungen über ein Hautkrebsscreening einzusteigen. Der Wohnort eines BKK-Versicherten entscheidet also über sein Schicksal.
Besonders pikant ist dies für Mitglieder der BKK Siemens. Die Zentrale der Krankenkasse sitzt, wie die Firmenzentrale, in Bayern. Für bayerische Versicherte gibt es somit die Hautkrebsvorsorge „auf Chipkarte“. Als ein historisches Erbe aus der Zeit, als Berlin noch einer der großen deutschen Industriestandorte war, ist auch eine große Zahl Berliner bei der BKK Siemens versichert. Diese Berliner Versicherten müssen für ihre Vorsorge beim Facharzt für Dermatologie privat bezahlen. Sie bekommen kein „kostenloses“ Hautkrebsscreening. Sie zahlen aber denselben Beitragssatz wie ihre bayerischen Kollegen. Aus der preußischen Tasche wird so die Gesundheit der Bayern finanziert. Die Behauptung der geöffneten Betriebskrankenkassen, für bundesweit gleiche Beiträge auch gleiche Qualität der Versorgung zu bieten, wird hier zur offensichtlichen Farce. Wo sich Region der Beitragserhebung und Zahlungsort der Kopfpauschale annähernd decken, wie bei den Ersatzkassen oder den AOK, sind regionale Vereinbarungen für die Mitglieder sinnvoll. Bei dem System der BKK regionalisiert sich die Qualität der medizinischen Versorgung unabhängig vom Ort der Beitragserhebung. Ein unhaltbarer Zustand . . .
Burkhard Bratzke, Gotzkowskystraße 3, 10555 Berlin
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