ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2000Rechte Gewalt: Was stimmt?

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Rechte Gewalt: Was stimmt?

Dtsch Arztebl 2000; 97(38): A-2453 / B-1922 / C-1964

Dinkel, Lothar; Sachtleben, Stefan

Zu dem „Seite eins“-Beitrag „Deutliche Worte“ von Dr. Thomas Gerst in Heft 33/2000
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LNSLNS Amtliche Stellen, Krankenkassen und Kammern klagen seit vielen Jahren unisono über die „erhebliche Überversorgung im Ärztestand“, die viel zu vielen Universitätsabgänger und die damit mehr und mehr zunehmende und deshalb bedrohliche „Ärzteschwemme“ mit der unausbleiblichen Folge der Honorarsenkungen, sodass man einen äußerst strengen Numerus clausus und eine Niederlassungssperre, ja sogar Gerätesperre (CT) für Praxen verhängte. Jetzt schreibt das DÄ plötzlich: „Ende des Jahres 1999 waren in Deutschland 14 243 ausländische Ärzte tätig. Ohne den Einsatz von ausländischem Personal stünden die deutschen Krankenhäuser vor dem Kollaps. Eine ausreichende Versorgung der Patienten wäre nicht möglich.“ Was stimmt denn nun eigentlich?
Es macht recht betroffen, wenn die Bundes­ärzte­kammer mit solchen fadenscheinigen wirtschaftlichen Argumenten gegen die Gewalttaten an Ausländern wettert. Gewalttaten an Mitmenschen sind immer Verbrechen, nicht erst dann, wenn sie einem Staat, Stand oder Unternehmen zum Nachteil gereichen! Und die Schwere eines Verbrechens hängt nicht von der Hautfarbe des Opfers und der Weltanschauung des Täters ab. Gewalt bleibt immer Gewalt.
Dr. med. Lothar Dinkel, Clußstraße 6, 74074 Heilbronn
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