ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2000Ungenügende Überwachung von Patienten mit Barrett-Ösophagus

MEDIZIN: Referiert

Ungenügende Überwachung von Patienten mit Barrett-Ösophagus

Dtsch Arztebl 2000; 97(38): A-2463 / B-2106 / C-1864

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LNSLNS Der Barrett-Ösophagus als Ausheilungsstadium einer Reflux-Ösophagitis, bei der das zerstörte Plattenepithel durch ein spezialisiertes Zylinderepithel ersetzt wird, gilt als präkanzeröse Kondition, wobei das Risiko, ein Adenokarzinom zu entwickeln, bei einem Prozent pro Jahr liegt.
Durch Vorsorgeuntersuchungen mit ringförmiger Stufenbiopsie in zwei Zentimeter Abstand können schwere Dysplasie und Schleimhautkarzinome frühzeitig entdeckt werden. Internationale Empfehlungen favorisieren Vorsorgeuntersuchungen in zweijährigem Intervall, bei leichtgradiger Dysplasie alle sechs bis zwölf Monate.
Die Autoren führten eine Umfrage unter niederländischen Ärzten durch, um zu ermitteln, wie diese internationalen Richtlinien in der Praxis umgesetzt werden. Rund 50 bis 60 Prozent der angeschriebenen Ärzte (269) hielten sich an diese Empfehlungen. Ging man etwas mehr auf Details ein, wie beispielsweise auf leichte und schwere Dysplasie und deren Management, folgten nur noch 25 Prozent den
Empfehlungen der Internationalen Gesellschaft für Erkrankungen der Speiseröhre, wie sie 1995 publiziert worden sind. Die Autoren plädie-
ren dafür, auf nationaler beziehungsweise internationaler Ebene eine Aktualisierung der Richtlinien vorzunehmen. w

Van Sandick JW, Bartelsman JFW, van Lanschot JJB et al.: Surveillance of Barrett’s oesophagus: physicians’ practice and review of current guidelines. Euro J Gastroenterol Hepatol 2000; 12: 111–117.
Dr. J. W. van Sandick, Department of Surgery, Academic Medical Center, Meibergdreef 9, 1105 AZ Amsterdam, Niederlande.

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