ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2000Urothelkarzinom durch chinesische Heilkräuter

MEDIZIN: Referiert

Urothelkarzinom durch chinesische Heilkräuter

Dtsch Arztebl 2000; 97(38): A-2468 / B-2110 / C-1976

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LNSLNS Bei der chinesischen Kräuter-Nephropathie handelt es sich um eine progredient verlaufende renale Fibrose, die bei Patienten nach Einnahme von bestimmten Diät-Pillen auftritt. Dabei handelt es sich um Diät-Präparate, denen zwischen 1990 und 1992 bei der Herstellung versehentlich das nephrotoxische und karzinogene Kraut Aristolochia fangchi zugesetzt worden war. Die Zufallsdiagnose eines Urothelkarzinoms bei einem nierentransplantierten Patienten mit dieser Erkrankung führte dazu, bei weiteren Patienten nach dieser Krankheitsentität zu fahnden. 39 Patienten mit terminaler, dialysepflichtiger Niereninsuffizienz als Folge der chinesischen Kräuter-Nephropathie wurden prophylaktisch nephrektomiert. In der histopathologischen Aufarbeitung zeigte sich bei 18 Fällen (Prävalenz 46 Prozent) ein Urothelkarzinom, weitere 19 Patienten wiesen Dysplasien des Urothels auf, nur bei zwei Patienten fanden sich keine pathologischen Veränderungen der ableitenden Harnwege. Durch histopathologische DNA-Analyse ließen sich in allem dysplastischen oder karzinomatösen Gewebe DNA-Bestandteile des Krautes Aristolochia nachweisen. acc Nortier JL et al.: Urothelial carcinoma associated with the use of a chinese herb (Aristolochia fangchi). N Eng J Med 2000; 342: 1686–1692. Dr. Nortier, Nephrology Department, Hospital Erasme, Universite Libre de Bruxelles, Route de Lennik, 808, B-1070 Brüssel, Belgien.

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