ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2000COPERNICUS-Studie: Carvedilol verbessert die Prognose auch bei schwerer Herzinsuffizienz

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COPERNICUS-Studie: Carvedilol verbessert die Prognose auch bei schwerer Herzinsuffizienz

Dtsch Arztebl 2000; 97(38): A-2477 / B-2005 / C-1837

bl-ki

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LNSLNS Die COPERNICUS-Studie (Carvedilol Prospective Randomized Cumulative Survival Trial) war im März 2000, ein Jahr vor Ende der geplanten Laufzeit, vorzeitig abgebrochen worden. Da bereits zu diesem Zeitpunkt die Zahl der Todesfälle in dem mit dem Betarezeptorenblocker Carvedilol behandelten Kollektiv deutlich niedriger war als in der Kontrollgruppe, wurde eine Fortsetzung der Untersuchung von den Verantwortlichen als nicht ethisch angesehen.
Das mit Spannung erwartete genaue Ergebnis wurde erstmalig von Prof. Milton Packer (New York) beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Amsterdam vorgestellt. Die jährliche Todesrate hatte unter dem Schutz von Carvedilol 11,4 Prozent betragen, unter der Gabe von Placebo 18,5 Prozent. Das entspricht einer relativen Risikoreduktion von 35 Prozent (p = 0,00014).
Stabile Basistherapie
Man könne also 200 Leben retten, erklärte Packer in Amsterdam, wenn man 1 000 Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz über drei Jahre mit Carvedilol behandle. Eine offene Frage ist bisher, ob es sich dabei um einen Klasseneffekt handelt, ob also ein ebenso hoher prognostischer Gewinn bei Einsatz eines anderen Betarezeptorenblockers zu erwarten ist.
Das Besondere an COPERNICUS war, dass ausschließlich Herzinsuffizienz-Kranke im NYHA-Stadium V (ohne akute Dekompensation) teilgenommen hatten. Kriterien waren Dyspnoe und Erschöpfung in Ruhe und unter minimaler Belastung sowie eine auf unter 25 Prozent verminderte linksventrikuläre Funktion. Ebenfalls Bedingung war eine stabil eingestellte Basistherapie, die einen ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten und ein Diuretikum enthalten musste. Die Verordnung aller weiteren individuell erforderlichen Medikamente war in das Ermessen der Prüfärzte gestellt.
Insgesamt waren 2 289 Patienten mit einer mittleren Herzauswurffraktion von 20 Prozent in Europa und Israel, Nord- und Südamerika, Südafrika und Australien randomisiert doppelblind auf eine Therapie mit Carvedilol (Zieldosis 50 mg/Tag) eingestellt worden oder hatten Placebo erhalten. COPERNICUS ist damit die größte Studie, die jemals zur Erprobung eines Betarezeptorenblockers bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz durchgeführt wurde. bl-ki
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