ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2000Neuroinformatik: Hautkrebsfrüherkennung mithilfe des Computers

VARIA: Technik

Neuroinformatik: Hautkrebsfrüherkennung mithilfe des Computers

Dtsch Arztebl 2000; 97(38): A-2480 / B-2118 / C-1876

Müllges, Kay

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LNSLNS Nach mehr als sechsjähriger Entwicklung hat man am Zentrum für Neuroinformatik und am Hautkrebszentrum im Klinikum der Ruhr-Universität Bochum ein neuartiges Diagnosesystem zur Markt-
reife gebracht. MikroDERMR wird seit kurzem von der eigens gegründeten VISIOmed-AG vertrieben.
Das System basiert auf den Ergebnissen der an elf europäischen Kliniken durchgeführten DANAOS-Studie und wendet die aus dem Lehrbuch bekannte ABCD-Regel an. Herzstück des Systems ist eine Kamera, das digitale Dermatoskop, mit dem eine hochauflösende, standardisierte und effektive Bildaufnahme möglich ist. Die Kamera ist speziell für die Auflichtmikroskopie entwickelt worden. Aufnahmen der Haut sind damit jederzeit reproduzierbar. In vier Vergrößerungsstufen (von 15- bis 50fach) lassen sich Bilder der Haut erstellen.
Die Archivierungssoftware erlaubt eine komfortable Speicherung und spätere Bearbeitung der gewonnenen Bilddaten. Im Rahmen der DANAOS-Studie sind mehr als zwanzigtausend standardisierte Digitalaufnahmen von pigmentierten Hautläsionen inklusive Risikodaten entstanden. Das System lernt aus dem Vergleich der so gewonnenen Daten mit neuen Bildern und bietet eine Hilfestellung zur Diagnose. „Allerdings stammen unsere Daten bislang überwiegend aus dem klinischen Bereich“, schränkt Martin Kreutz von der VISIOmed-AG ein. „Daher arbeiten wir zurzeit gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten an einer verbesserten Version, die das System an die Bedürfnisse der täglichen Praxis anpasst.“ Schon bald könnte das System dann zu einem automatischen Diagnosevorschlag in der Lage sein, der dem Arzt am Monitor in Form einer roten oder grünen Ampel dargestellt wird.
Über das Internet oder auch eine bestehende Punkt-zu-Punkt-Verbindung kann sich der Arzt mit einem Kollegen austauschen. Auch die Möglichkeit, standardisierte E-Mails mit Bildern als Anhang zu versenden, besteht. „Allerdings“, sagt Martin Kreutz, „kann man diese
Möglichkeit aus Datenschutzgründen guten Gewissens nur für Anwendungen im Intranet empfehlen.“ Angeboten wird auch eine gesicherte http-Verbindung, über die man sich bei Bedarf in so genannte Visio-Meetings einloggen und dann seine Befunde mit Kollegen diskutieren kann. Kay Müllges
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