ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2000Klonen: Pragmatische Lösung

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Klonen: Pragmatische Lösung

Dtsch Arztebl 2000; 97(39): A-2520 / B-2150 / C-2014

Müller, Hans E.

Zu dem „Seite eins“-Beitrag „Therapeutisches Klonen: Dammbruch“ von Dr. med. Vera Zylka-Menhorn in Heft 34–35/2000:
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LNSLNS . . . In der Diskussion, ob embryonales menschliches Leben zur Heilung kranker Menschen dienen darf, hat die Ethik-Fraktion der politisch Korrekten den menschlichen Geist und seine Seele beziehungsweise das ausgereifte Gehirn völlig aus den Augen verloren. Für sie wiegen leidende, fühlende, denkende, kranke Menschen nicht schwerer als das menschliche Leben einer befruchteten Eizelle, deren einzige menschliche Eigenschaft lediglich ihre 46 Chromosomen sind. Wenn England deshalb den gesetzlich definierten Beginn des menschlichen Lebens wieder einige Wochen zurückverlegt und damit die Züchtung omnipotenter Stammzellen im Morula-Stadium ermöglicht, so ist das weder ein wissenschaftlicher noch ein ethischer Dammbruch, sondern eine pragmatische Lösung. Auch die Natur kennt keinen absoluten Schutz für einen Embryo. Schließlich haben die Überschuss-Embryonen bei In-vitro-Fertilisierung trotz hochtrabend hohler Worte von Ethik, Würde und Lebensrecht keine reale Chance der Menschwerdung. In England können sie als therapeutische Klone wenigstens noch kranken Menschen helfen. In Deutschland dagegen werden sie mit einem Schwall politisch korrekter und ethisch hochwertiger Krokodilstränen in die Kanalisation gespült.
Prof. Dr. Dr. Hans E. Müller, Laborpraxis John, Campestraße 7, 38102 Braunschweig
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