ArchivDeutsches Ärzteblatt33/1996GOÄ-Anwendung in den neuen Ländern

THEMEN DER ZEIT: Berichte

GOÄ-Anwendung in den neuen Ländern

BÄK; BK

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Im Einigungsvertrag wurde festgelegt, daß die "Vergütung für Leistungen, die in dem in Artikel 3 des Vertrages genannten Gebiet erbracht werden", dem "Ost-Abschlag" unterliegen. Durch den Bezug auf das ehemalige Hoheitsgebiet der DDR, also auch das ehemalige Ost-Berlin, gilt für die Anwendung des "Abschlag Ost" ein "Tatortprinzip". Auslösend für den "Abschlag Ost" ist damit der Ort, an dem die Leistung erbracht wurde, nicht etwa der Wohnort des Patienten.
In der GOÄ wird die Vergütung des Arztes nach "Gebühren, Entschädigungen und Ersatz von Auslagen" unterschieden (§ 3). "Gebühren" sind "Vergütungen für die im Gebührenverzeichnis genannten ärztlichen Leistungen" (§ 4 Abs. 1 GOÄ). Die GOÄ unterscheidet zwischen dem Allgemeinen Teil (Paragraphenteil) und dem Gebührenverzeichnis, beginnend mit dem Absatz A und reichend bis zur Nummer 6018. Daraus ergibt sich, daß Wegegeld, Reiseentschädigung und Auslagenersatz auch bei Leistungserbringung in den neuen Bundesländern zu 100 Prozent berechenbar sind. Hingegen sind alle Positionen des Gebührenverzeichnisses, auch Schreibgebühren (Nummern 95, 96) und andere nur mit dem Einfachsatz der GOÄ berechenbaren Leistungen (zum Beispiel Zuschläge zu ambulanten Operationen und Zuschläge nach den Buchstaben A bis K1) nur mit 81 Prozent berechenbar. Durch die Senkung der Steigerungsfaktoren für Laborleistungen in der neuen GOÄ liegt keine Sonderregelung vor. Auch Laborleistungen sind nur mit 81 Prozent berechenbar. Die Anwendung des Steigerungssatzes (§ 5 und § 5a der GOÄ) erfolgt in den neuen Bundesländern gleich der in den alten Bundesländern.
Sonderregelungen gibt es zum Beispiel in der Honorarvereinbarung der Bundes­ärzte­kammer mit dem Verband Deutscher Rentenversicherungsträger; dort beträgt die Vergütungshöhe 85 Prozent. Mit Sozialversicherungsträgern und anderen Kostenträgern sind in den durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung geschlossenen Verträgen (z. B. BG, Post, Bahn) besondere Steigerungssätze oder Punktwerte vorgesehen. BK/BÄK
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote