ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2000Psychisch Kranke in der Umweltmedizin: Exogene Ursachen bei psychogenen Störungen prüfen

MEDIZIN: Diskussion

Psychisch Kranke in der Umweltmedizin: Exogene Ursachen bei psychogenen Störungen prüfen

Dtsch Arztebl 2000; 97(39): A-2537 / B-2167 / C-2031

Alsen-Hinrichs, Carsten; Bauer, Anke; Wassermann, Otmar

zu dem Beitrag von Dr. med. Hanns Rüdiger Röttgers M.A. in Heft 13/2000
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LNSLNS Es ist nun einmal eine Binsenweisheit, dass die Symptome umweltbedingter Krankheiten und psychogener Störungen auf langen Strecken identisch sind. Bekannt ist ferner, dass sich psychisch kranke Menschen gerne hinter umweltbedingten Störfaktoren als Ursache ihrer Beschwerden verstecken, um der Konfrontation mit den eigentlichen Ursachen auszuweichen. Es besteht kein Zweifel, dass solchen Patienten fachlich qualifizierte psychiatrische Hilfe zuteil werden soll. Die von Herrn Röttgers angeführten Fallbeispiele sprechen dafür. Für uns steht allerdings auch außer Zweifel, dass gerade Psychiater gut beraten wären, wenn sie exogene Ursachen für bestehende psychische Gesundheitsstörungen in ihre Kausalitätsbetrachtungen einbeziehen würden und die betroffenen Patienten eben nicht gleich psychiatrisch und psychosomatisch versorgen.
Entgegen den Darstellungen von Herrn Röttgers haben unsere über
20-jährigen umwelttoxikologischen und medizinischen Erfahrungen ergeben, dass die umweltbedingt kranken Patienten zunächst eine „Odyssee durch die gesamte Schulmedizin“ durchlaufen müssen, bevor – manchmal eher zufällig – eine umweltbedingte Ursache überhaupt in Betracht gezogen wird. Oft führt dann die Beseitigung der Noxen mit einer Häufigkeit bis 80 Prozent zu einer spontanen Besserung der Beschwerden oder sogar zu einer vollständigen, langanhaltenden Restitution der früheren Gesundheit. Wir empfehlen hierzu die Wahrnehmung der reichlich vorhandenen Literatur aus den fachlich qualifizierten umweltmedizinischen Bereichen, an der wir auch nicht unwesentlich beteiligt sind. Eine umfangreiche Literaturliste bieten wir gerne an.

Priv.-Doz. Dr. med. Carsten Alsen-Hinrichs
Dr. rer. nat. Anke Bauer
Prof. Dr. rer. nat. Otmar Wassermann
Institut für Toxikologie, Universität Kiel
Brunswiker Straße 10, 24105 Kiel

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