ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2000Die „Domus del Chirurgo“ in Rimini

VARIA: Feuilleton

Die „Domus del Chirurgo“ in Rimini

Dtsch Arztebl 2000; 97(40): A-2636 / B-2246 / C-2109

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LNSLNS In Rimini sind zwischen 1989 und 1997 bei Ausgrabungen an der Piazza Ferrari die Reste eines Hauses gefunden worden, das – so heißt es – die größte antike Arztpraxis enthält, die zumindest in der romanischen Welt bekannt geworden ist. Das Haus ist kurz nach der Mitte des dritten Jahrhunderts nach Christi Geburt abgebrannt, und zwar in einer Weise, dass die Aschen des oberen Stockwerks die Böden des unteren sowie die dort vorhandenen Gegenstände bedeckt und weitgehend konserviert haben. In einem Raum, der mit einem Fußbodenmosaik ausgeschmückt ist, das den gitarrespielenden Orpheus zeigt, fand man in zwar zusammengebackenem, aber durchaus erkennbarem Zustand um die hundert chirurgische Instrumente aus Bronze und Eisen – Skalpelle, Zahnarztzangen, orthopädische Hilfsmittel, Geburtszangen, Pinzetten, Steinschneider, Kataraktmesser, Bohrer, Spatel, Sonden und noch anderes. Im benachbarten Raum scheint sich eine Art Apotheke befunden zu haben: Der größte Teil von deren Inventar hatte die Brandkatastrophen nicht in einem verwertbaren Zustand überstanden. Erhalten blieben Apothekengegenstände wie eine Waage, Gewichte, Mörser. Ein besonders eigenartiges Fundstück ist ein Gefäß in Form eines menschlichen Fußes, das offenbar zu Wärmebehandlungen bei rheumatischen Beschwerden diente.
Über diese Fundstücke wurde in einer Ausstellung in Bologna berichtet, die der Geschichte der Via Emilia gewidmet war. Ein Katalog über diese Ausstellung ist im Verlag Marsillo erschienen. Informationen über die Domus del Chirurgo: Agenzia AICER, Telefon: 00 39-0 51 26 45 50, Fax 00 39-0 51 26 43 70. bt
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