ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2000Schutzimpfungen für Diabetiker

POLITIK: Medizinreport

Schutzimpfungen für Diabetiker

Kreutz, Karin

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LNSLNS Auch heute noch stirbt jeder 20. Diabetiker an den Folgen einer Infektionskrankheit. Denn je schlechter die Blutzuckerwerte eingestellt sind, desto schwächer reagiert das Immunsystem: Die zytotoxische Aktivität der T-Lymphozyten werde vermindert, ebenso reduziere sich die phagozytäre Leistung der Granulozyten und die Produktion von Antikörpern, erinnerte Prof. Christoph Rosak (Frankfurt/Main) bei einem Symposium in München. Außerdem werden durch Fieber mehr Stresshormone ausgeschüttet, die wiederum den Blutzucker in die Höhe treiben und die Insulinresistenz verstärken.
Diabetikern sollten daher nicht nur die Grundimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Masern, Mumps und Röteln, sondern auch die Indikationsimpfungen gegen Influenza und Pneumokokken angeboten werden, da sie bei Diabetikern besonders schwere Verläufe nehmen können. Eine Influenza endet nach Rosak bei Diabetikern dreimal häufiger tödlich als bei Stoffwechselgesunden.
Obwohl die STIKO seit 1989 eine Pneumokokken-Impfprophylaxe bei Risikopatienten für indiziert hält, sind hierzulande weniger als fünf Prozent diesen Empfehlungen nachgekommen. Damit liegt Deutschland weit abgeschlagen hinter anderen europäischen Ländern und den USA zurück, wo die Pneumokokken-Impfrate 45 Prozent beträgt.
Dr. med. Karin Kreutz

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