BÜCHER

Hyperaktivität

Dtsch Arztebl 2000; 97(41): A-2701 / B-2108 / C-1919

Skrodzki, Klaus; Mertens, Krista

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LNSLNS Hyperaktivität
Psychosoziale Folgeprobleme
Klaus Skrodzki, Krista Mertens (Hrsg.): Hyperaktivität. Aufmerksamkeitsstörung oder Kreativitätszeichen? Borgmann publishing, Dortmund, 2000, 360 Seiten, kartoniert, 38 DM
Der Zappelphilipp aus mehreren Perspektiven: Nicht nur medizinische, sondern auch psychologische, sonderpädagogische und anderweitige fachübergreifende Aspekte finden sich in diesem Band, der die Ergebnisse eines Berliner Kongresses im Jahr 1999 zusammenfasst. Geschätzt wird, dass vier Prozent aller Kinder in Deutschland, das heißt rund 300 000 Kinder, betroffen sind. Vor allem die psychosozialen Folgen stellen ein Problem dar, und nicht selten reicht die Störung weit ins Erwachsenenalter.
Auf die im Untertitel angesprochene Kreativität wird nur beiläufig eingegangen, die Frage wirkt mehr rhetorisch. Festzuhalten bleibt aber, dass Hyperaktive durchaus mit positiven Eigenschaften und besonderen Fähigkeiten überraschen können. Die geläufige Bezeichnung „Hyperkinetisches Syndrom“ sollte nach aktueller WHO-Definition durch „Attention-Deficit-Hyperactivity-Disorder“ ersetzt werden. Ursächlich scheinen genetische Faktoren sowie Fehlfunktionen im Frontalhirnbereich zu sein; auch die höhere Inzidenz bei Früh- und Mangelgeborenen wird herausgearbeitet. Die medikamentöse Behandlung mit Psychostimulanzien zieht sich wie ein roter Faden durch alle Kapitel, immer begleitet von verhaltens- und familientherapeutischen Maßnahmen. Diätversuche, zum Beispiel Phosphatreduktion, haben allenfalls marginale Bedeutung. Zur modernen Entspannungstechnik gehört das so genannte Snoezelen, als Kunstwort für kuschelbetontes Sensoriktraining zwischenzeitlich in der Fachliteratur etabliert.
Das Buch dürfte auch für Laien oder Selbsthilfeorganisationen interessant sein, es ist flüssig zu lesen und erleichtert die Übersicht durch eine Zusammenfassung vor jedem Beitrag. Leider lässt die buchbinderische Qualität zu wünschen übrig, das vorliegende Exemplar zerfiel bereits bei der Rezension. Manfred Doerck
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